11.08.2010, 13:54 Uhr

Basler offiziell vorgestellt „Super-Mario” soll SVW aus Ohnmacht erlösen

Super-Mario soll es beim SVW richten: Mario Basler wird die Trainergeschicke bei den Wackerianern bis Ende der Saison leiten mit Option auf eine weitere Spielzeit.

BURGHAUSEN „Die Mannschaft wird viel Spaß mit mir haben – wenn wir gewinnen”, so Neu-Trainer Mario Basler bei der offiziellen Präsentation. Nach dem Absturz des SVW hatte der Verein die Reißleine gezogen und Trainer und Manager Jürgen Press beurlaubt. Klare Worte fand Präsident Hans Steindl: „Wir waren zum Schluss nicht mehr die Macht, sondern die Ohnmacht von der Salzach. Die Truppe war nicht bärenstark, sondern sauschlapp ... In München wurden wir zum Gespött der Zuschauer. Das habe ich in den letzten zehn, zwanzig Jahren noch nicht erlebt. Die Mannschaft spielt nicht für das Präsidium oder die Stadt, sondern in aller erster Linie für die Fans. Und diese wurden immer mehr hängengelassen. Der traurige Höhepunkt war der peinliche Auftritt in Regensburg, als zum Beispiel der Jahn-Keeper Stefan Hofmann gymnastische Übungen 40 Meter vor dem Tor machen konnte – aus Langeweile.” (Das Wochenblatt berichtete im Internet) Das Statement von Geschäftsführer Florian Hahn, der ab sofort auch den Posten des Sportdirektors für Ex-Trainer Jürgen Press mit übernimmt, war kurz und bündig: „Wir danken ihm für die Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute”. Press, der von seiner Beurlaubung gestern nach dem Training erfuhr, wird sich in der nächsten Woche von der Mannschaft verabschieden. Die Entscheidung für Mario Basler sei einstimmig erfolgt, so Hans Steindl, der darauf verwies, dass von allen Kandidaten – zehn bis 15 sollen ihr Interesse bekundet haben – Basler am Besten passe. „Wir brauchen in unserer jetzigen Situation keinen reinen Arbeiter, Bücherwurm oder Analysten, wir brauchen einen Mann, der dem Team den Kick off gibt, Blockaden löst und wieder nach vorn bringt.” Was das Präsidium Basler darüber hinaus hoch anrechne, ist die Tatsache, dass Geld eine absolut untergeordnete Rolle gespielt habe. Bezeichnend ist, dass Basler seinen Vertrag in Trier (noch zwei Jahre) nicht ausgesessen hat. „Für mich war das eine Selbstverständlichkeit”, so Basler, der frei für einen neuen Verein sein wollte. Auf die Vertragslaufzeit angesprochen, entgegnet der 41-Jährige: „Ich weiß sie nicht. Ich hoffe, dass der Verein lange Vertrauen in meine Arbeit hat. Zahlen spielen dabei eine untergeordnete Rolle.” Launig sein Spruch zu einigen Bedenkenträgern im Wacker-Forum: „Es werden sich immer Menschen an mir reiben – 50 Prozent mögen mich; 51 nicht.” Mario Basler zeigt sich hocherfreut über sein Engagement in Burghausen und ist vom Potential der Mannschaft überzeugt: „Es ist eine gute Mannschaft. Jetzt gilt es das Vertrauen in die eigene Leistung zurück zu bringen. Wichtig ist, dass die Spieler alles tun, um eine maximale Leistung zu bringen. Wichtig ist auch die Freude der Fans, die sehen sollen, dass das Team alles gibt. Im Übrigen fangen alle Spieler bei mir bei Null an”, so Basler, der bereits beim Vormittagstraining anwesend war. Die Ausgangsvoraussetzungen in Burghausen seien trotz der prekären Lage nicht schlecht. Immerhin hätte Trier bei seiner Amtsübernahme nur einen Punkt nach vier Spielen gehabt. Bei Burghausen seien es schon zwei. „Die Mannschaft hat auch nur 0:2 und nicht wie Trier 0:5 verloren”, so Super-Mario in seiner lockeren Art. Namen und das Alter spielen bei ihm keine Rolle: „Ich halte es da mit Otto Rehagel - es gibt nicht jung oder alt, sondern nur gut oder schlecht.”


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