13.07.2012

Beirut (AFP)

Weltweites Entsetzen über neues Massaker in Syrien

Syrische Regierungstruppen haben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten und Aufständischen ein neues Massaker an Zivilisten verübt. Zwischen 150 und mehr als 200 Menschen wurden nach unterschiedlichen Angaben in der Ortschaft Treimsa getötet. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Kämpfe in der Provinz Hama
Ein neues Massaker in Syrien sorgt weltweit für Entsetzen, es könnte das schlimmste seit Beginn des Aufstands im März 2011 sein. Mindestens 150 Menschen wurden in der Provinz Hama getötet. Damaskus macht "Terroristen" für das Massaker verantwortlich.

Ein neues Massaker in Syrien hat weltweit für Entsetzen gesorgt. Der internationale Sondergesandte Kofi Annan reagierte "schockiert und entsetzt" auf die "Gräueltaten" mit mehr als 150 Toten in der zentralsyrischen Kleinstadt Treimsa. Während die syrische Opposition die Regierung in Damaskus verantwortlich machte, gab diese den "Terroristen" und "blutrünstigen Medien" die Schuld.

Mindestens 150, möglicherweise sogar mehr als 200 Menschen wurden nach unterschiedlichen Angaben am Donnerstag in Treimsa in der zentralsyrischen Provinz Hama getötet, darunter offenbar viele Aufständische. Sollte sich diese Opferzahl bestätigen, wäre das Massaker in Treimsa das schlimmste seit Beginn des Aufstands im März 2011, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Seine Organisation sprach von mehr als 150 Getöteten.

Menschenrechtsaktivisten machten die Armee und regierungstreue Milizen für das Massaker verantwortlich. Dabei seien Helikopter, Panzer und Raketenwerfer zum Einsatz gekommen, sagte Rebellenführer Abu Mohammed. Die Angriffe auf die Stadt mit rund 7000 Einwohnern dauerten demnach gut zehn Stunden. Anschließend seien die Soldaten mit leichten Waffen nach Treimsa vorgedrungen, gefolgt von "mit Messern bewaffneten" Milizionären, sagte ein Aktivist namens Ibrahim.

Die syrische Führung machte die Medien und "Terroristen" verantwortlich. Sie hätten das Verbrechen verübt, um die Öffentlichkeit gegen Syrien aufzubringen und eine internationale Intervention zu provozieren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Ein Armeesprecher erklärte, die Soldaten hätten bei dem "Spezialeinsatz" in Treimsa gegen "Terroristen" gekämpft und viele von ihnen getötet oder gefangengenommen. Es habe "keine zivilen Opfer" gegeben.

Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich. Die in Syrien stationierte UN-Beobachtertruppe erklärte sich bereit, das Verbrechen zu untersuchen, machte dafür aber einen Waffenstillstand zur Bedingung. Die rund 300 Beobachter sind seit Mitte April in Syrien, haben ihre Arbeit aber wegen der Gewalt eingestellt.

Annan verurteilte das Massaker scharf. Die Gewalt und "diese Brutalität" müssten aufhören, erklärte er in Genf. Mit Anspielung auf die festgefahrenen Haltungen im UN-Sicherheitsrat betonte Annan, es sei wichtiger als jemals zuvor, dass die Regierungen mit Einfluss diesen unverzüglich auch ausübten, um die Gewalt zu stoppen. Am Montag will er in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sprechen.

Russland ist ein Verbündeter von Syriens Präsident Baschar al-Assad und verhinderte im UN-Sicherheitsrat bereits zweimal eine Resolution gegen die Führung in Damaskus. Auch einen neuen Vorstoß des Westens lehnt Moskau ab. Der neue Resolutionsentwurf sei "inakzeptabel", sagte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow.

Die Gespräche seien "sehr schwierig", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Der Sicherheitsrat müsse jetzt aber seiner Verantwortung gerecht werden und eine Resolution verabschieden, mahnte das französische Außenministerium. Der von Frankreich, Deutschland, den USA und Großbritannien eingebrachte Resolutionsentwurf setzt Damaskus eine zehntägige Frist zum Rückzug der Truppen und droht andernfalls mit Wirtschaftssanktionen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte das neuerliche Massaker und forderte eine Aufklärung der Vorfälle. Da sich die "Spirale der Gewalt in Syrien" immer schneller drehe, müsse der Sicherheitsrat eine klare politische Antwort geben.

Autor: Beirut (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Am Samstag, 21. Januar, hat sich gegen 21.30 Uhr ein schwerer Unfall auf der Autobahn A3 auf Höhe der Continental-Arena in Regensburg ereigent.

Crash

Schwerer Unfall auf der A3 bei Regensburg: Fahrer schwerst verletzt

Am Samstag, 21. Januar, hat sich gegen 21.30 Uhr ein schwerer Unfall auf der Autobahn A3 in Fahrtrichtung Autobahnkreuz in Regensburg ereignet. mehr ...

Schaidinger, Schlegl: Absenz

Verwicklung

Spendenaffäre: Schlegl bekam mindestens 90.000 Euro aus Tretzel-Töpfen

Der CSU-Kandidat um das Amt des Oberbürgermeisters, Christian Schlegl, ist auf Distanz zu Hans Schaidinger gegangen. Dabei war Schlegl mehrfach selbst bei Bauträger Volker Tretzel, bat um Geld. Und bekam es auch. mehr ...

Brand NÖ

Feuerwehr im Einsatz

Feuer in Lagerhalle in Neuötting

Erstmeldung: Brand in einem leerstehenden Lagergebäude in Neuötting mehr ...

Großkoalitionäre Schaidinger, Hartl, Schlegl

Ermittlungen

Schaidinger soll 420.000 Euro von Tretzel kassiert haben

Die Staatsanwaltschaft Regensburg wirft dem früheren Oberbürgermeister Hans Schaidinger nach Informationen des Wochenblatts Bestechlichkeit vor. Auch SPD-Fraktionschef Norbert Hartl ist Beschuldigter. mehr ...

Kleintransporter fährt sich in der Tändlergasse fest

Es wurde immer enger ...

Dem Navi blind gefolgt: Kleintransporter fährt sich in der Tändlergasse fest

Am Freitag, 20. Januar, gegen 13.15 Uhr, staunte die eingesetzte Streifenbesatzung der PI Regensburg-Süd nicht schlecht, als sie zu einem Kleinunfall in der Regensburger Innenstadt gerufen wurde. mehr ...

xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage

xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage

Xander Cage ist zurück: Als Geheimagent soll er eine immens gefährliche Waffe bergen. Das "Büchse der Pandora" genannte und auch von Xiang begehrt wird. Die beiden stehen natürlich nicht allein, und so kommt es bald zu brutalen Kampfhandlungen zwischen den zwei Parteien. Im Eifer des Gefechts muss Xander Cage auch noch feststellen, dass die Regierung mit ihm ein doppeltes Spiel treibt. Nun ist nicht mehr länger klar, wer Freund und Feind ist. mehr ...