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09.10.2012

Genf (AFP)

Weltweit leiden 350 Millionen Menschen an Depressionen

Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden nach WHO-Angaben unter Depressionen. Dennoch wird dagegen viel zu wenig getan, beklagt die UN-Organisation. Demnach sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Weltweit leiden 350 Millionen Menschen an Depressionen
Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden nach WHO-Angaben unter Depressionen. Dennoch wird dagegen viel zu wenig getan, beklagt die UN-Organisation. Demnach sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer.

Mehr als 350 Millionen Menschen weltweit leiden unter Depressionen. Dabei sind alle Regionen in der Welt betroffen, arme und reiche Länder, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorfeld des Welttags der seelischen Gesundheit. Die UN-Organisation definiert Depression als "anhaltendes Gefühl der Traurigkeit für zwei Wochen oder länger", das eine normale Teilnahme am Leben verhindert.

"Die Depression gibt es seit Jahrhunderten - die Nachricht ist: Wir tun nichts dagegen", sagte der Leiter des WHO-Referats für psychische Gesundheit, Shekhar Saxena. Aufgrund der Scham vieler Erkrankten bekomme mehr als die Hälfte von ihnen nicht die Behandlung, die sie benötige. Saxena appellierte an Ärzte, bei ihren Patienten auf Zeichen von Depressionen zu achten. Dies gelte besonders auch bei Kinder und Jugendlichen, die ebenfalls betroffen sein können.

Frauen sind zu 50 Prozent häufiger von einer Depression betroffen als Männer, sagte Saxena. Ein Grund dafür sei die postnatale Depression, die eine von fünf Müttern nach der Entbindung treffe.

Zu den Risikofaktoren für die seelische Gesundheit zählte der WHO-Experte finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit sowie Katastrophen und Konflikte. Auch körperliche Krankheiten könnten eine Depression verursachen.

Saxena machte auch auf den Zusammenhang zwischen Depressionen und Suiziden aufmerksam. Knapp eine Million Menschen nehme sich jährlich das Leben. Unter ihnen sei die Hälfte depressiv, wobei dies aber nicht der einzige Grund für die Selbsttötungen sei.

Autor: Genf (AFP)