Wochenblatt
05.07.2012

Wolfsburg/Stuttgart (AFP)

Volkswagen übernimmt Porsche bereits zum 1. August

Die Autokonzerne Porsche und Volkswagen gehen wesentlich früher zusammen als erwartet. Volkswagen übernehme voraussichtlich bereits zum 1. August die Porsche Automobil Holding SE, teilten beiden Unternehmen mit. Demnach stimmten die zuständigen Gremien beider Konzerne einem Konzept zu, mit dem der Integrierte Autokonzern von Volkswagen und Porsche "rund zwei Jahre früher Realität" wird als erwartet.
Foto: © 2012 AFP Volkswagen übernimmt Porsche bereits zum 1. August
Die Autokonzerne Porsche und Volkswagen gehen wesentlich früher zusammen als erwartet. Volkswagen übernimmt voraussichtlich bereits zum 1. August die Porsche Automobil Holding SE.

Die Autokonzerne Porsche und Volkswagen gehen wesentlich früher zusammen als erwartet. Volkswagen übernehme voraussichtlich bereits zum 1. August die Porsche Automobil Holding SE, teilten beiden Unternehmen mit. Demnach stimmten die zuständigen Gremien beider Konzerne einem Konzept zu, mit dem der Integrierte Autokonzern von Volkswagen und Porsche "rund zwei Jahre früher Realität" wird als erwartet.

Als Gegenleistung für die Einbringung der bisher noch nicht im VW-Besitz befindlichen 50,1 Prozent an der Porsche AG erhält die Porsche SE den Unternehmen zufolge Barmittel in Höhe von rund 4,46 Milliarden Euro und eine Volkswagen-Stammaktie.

Porsche erklärte in Stuttgart, die Barmittel würden zunächst für die vollständige Rückführung ihrer bestehenden Bankverbindlichkeiten in Höhe von zwei Milliarden Euro verwendet. Der überwiegende Teil der danach verbleibenden Liquidität solle für den Erwerb strategischer Beteiligungen mit Schwerpunkt entlang der automobilen Wertschöpfungskette verwendet werden.

Im Jahr 2009 hatten sich Porsche und VW darauf geeinigt, bis Ende 2011 zu verschmelzen. Im September hatten die Unternehmen jedoch mitgeteilt, dass dies nicht umsetzbar sein werde. Ein Zusammengehen galt vor dem zweiten Halbjahr 2014 wegen der steuerlichen Behandlung der Kaufs- beziehungsweise Verkaufsoption nicht als wirtschaftlich sinnvoll. Beide Unternehmen hätten "nach alternativen und für alle Beteiligten umsetzbaren Wegen gesucht", die Zusammenlegung früher zu erreichen, erklärte Volkswagen.

Der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn erklärte, dass "die einzigartige Marke Porsche" nun Bestandteil des Volkswagen-Konzerns werde, sei "gut für Volkswagen, für Porsche und für den Industriestandort Deutschland". Volkswagen und Porsche würden "durch die Zusammenführung ihres operativen Geschäfts in Zukunft noch stärker - finanziell und strategisch".

Das gemeinsame Ziel seien "gezielte Investitionen in zukunftsweisende Produkte und Technologien", mit denen "neue Wachstumsmöglichkeiten im ertragsstarken Premium-Segment erschlossen werden" könnten. "Davon werden unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre profitieren", erklärte Winterkorn.

Das Porsche-Vorstandsmitglied Matthias Müller erklärte, durch das beschleunigte Zusammengehen werde "die Porsche SE eine finanzstarke Holding mit einem attraktiven Wertsteigerungspotenzial". "Wir schaffen klare, nachhaltige Strukturen und eine solide Zukunftsperspektive für die Porsche SE".

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück begrüßte die vorzeitige Verschmelzung des Autokonzerns mit Volkswagen. "Der für alle schwierige Schwebezustand ist beendet, der Integrierte Automobilkonzern ist endlich geschaffen", erklärte Hück. Für beide Unternehmen ergäben sich aus dem Gesamtkonzern "riesige Vorteile". Zugleich bleibe Porsche als Aktiengesellschaft mit Sitz in Stuttgart "in allen Bereichen eigenständig" und die "Struktur der Porsche AG mit ihren Tochterunternehmen als Konzern im Konzern" in seiner heutigen Form bestehen.

Autor: Wolfsburg/Stuttgart (AFP)

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