Wochenblatt
17.10.2012

Rostock (AFP)

Vermisste aus Rostock wurde offenbar missbraucht

Die tagelang vermisste 17-jährige Rebecca aus Rostock ist entführt und sexuell missbraucht worden. Nachdem sie sich befreien konnte, nahm die Polizei einen 28-jährigen Rostocker als mutmaßlichen Täter fest.
Foto: © 2012 AFP Ermittler vor der Wohnung des mutmaßlichen Täters
Die tagelang vermisste 17-jährige Rebecca aus Rostock ist entführt und sexuell missbraucht worden. Nachdem sie sich befreien konnte, nahm die Polizei einen 28-jährigen Rostocker als mutmaßlichen Täter fest.

Die tagelang vermisste 17-jährige Rebecca aus Rostock soll von einem vorbestraften Gewalttäter entführt und mehrfach sexuell missbraucht worden sein. Der 28-jährige mutmaßliche Täter brachte sie nach den ersten Ermittlungsergebnissen in der Nacht zum Samstag in seine Gewalt und hielt sie in seiner Wohnung gefangen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Am Dienstag gelang Rebecca schließlich die Flucht.

Rebecca sei in den vergangenen Tagen "in den Händen eines Gewalttäters" gewesen, der sie in seiner Wohnung festgehalten und mehrfach sexuell missbraucht habe, sagte der Rostocker Polizeipräsident Thomas Laum. Die junge Frau sei in der Nacht zum Samstag nach einem Disco-Besuch von dem mutmaßlichen Täter Mario B. an einer Brücke angesprochen worden. Er habe sie mit einem Messer verletzt und noch dort zum ersten Mal missbraucht.

Anschließend verschleppte Mario B. die junge Frau den Ermittlern zufolge in seine Wohnung, wo er sie in den kommenden Tagen erneut missbrauchte und auch schlug. "Diese Martyrium endete" am Dienstagnachmittag gegen 13.30 Uhr, sagte Laum. "Als der Täter die Wohnung verlassen hatte, gelang es ihr, die Fesseln zu lösen und durch ein Fenster aus der Wohnung zu fliehen." Auf der Straße habe schließlich ein Autofahrer gestoppt und sie zur Polizei gebracht. Rebecca befindet sich seither in ärztlicher und psychologischer Betreuung. "Es geht ihr den Umständen entsprechend gut", sagte der Polizeipräsident.

Kurz nach ihrer Flucht nahm die Polizei den mutmaßlichen Täter fest. Die Ermittler hatten das Handy des 28-Jährigen geortet und ihn so in der Rostocker Innenstadt ausfindig gemacht. Er leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand gegen seine Festnahme. In den Vernehmungen habe Mario B. teilweise ein Geständnis abgelegt, sagte Andreas Gärtner von der Staatsanwaltschaft Rostock. So habe er eingeräumt, Rebecca angegriffen und in seiner Wohnung festgehalten zu haben. Zu den Sexualdelikten habe er sich nicht geäußert.

Mario B. ist der Polizei seit Jahren als Gewalt- und Sexualtäter bekannt. Bereits im Alter von 14 Jahren sei er wegen einer Vergewaltigung zu einer Jugendstrafe verurteilt worden, sagte Gärtner. Danach sei er noch wegen Raubes und räuberischer Erpressung verurteilt worden. Insgesamt habe er mit 28 Jahren bereits "ungefähr zehn Jahre abgesessen", sagte der Leiter der Rostocker Kriminalpolizeiinspektion, Peter Mainka.

Mario B. hatte nach dem vorläufigen Ermittlungsstand die Entführung und Vergewaltigung von Rebecca nicht geplant. "Ich gehe davon aus, dass es keine geplante Handlung war, sondern es sich aus der Situation heraus entwickelt hat", sagte Mainka. Mario B. gab den Ermittlern zufolge an, dass er in der Nacht zum Samstag noch Zigaretten holen wollte. Dabei sei er auf Rebecca getroffen.

Autor: Rostock (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Rino

Ritchie Newtons Sohn ist tot

Trauer um Rino: "Ruhe in Frieden, mein kleiner Rocker"

Schwerer Schicksalsschlag für den Straubinger Kult-Rocker Ritchie Newton. Sein Sohn Rino (Foto) ist tot. mehr ...

Syrer demonstrieren in Regensburg

Demo

Syrische Asylbewerber demonstrieren gegen deutsche Gesetze und Gerichte

Am Samstag zog ein Protestzug durch die Altstadt Regensburgs, die so manchen eher verwunderte: Etwa 100 Demonstranten skandierten auf Arabisch ihre Forderungen. Doch um was ging es eigentlich? mehr ...

Video ansehen
Polizei

Aktuelle Meldungen der PI Altötting

Da hatten die Beamten viel zu tun ...

Polizei warnt: Wer auf der Hofdult aus der Rolle fällt, dem droht ein Betretungsverbot mehr ...

Bernhard Schömann

Traurige Nachricht aus München

Landshut trauert um Bernhard Schömann

Traurige Nachricht aus München: Der langjährige Landshuter Stiftspropst, Monsignore Bernhard Schömann, ist tot. mehr ...

Polizeiauto Blaulicht

Beim Überholen auf der B 12

Betrunken gegen Leitplanken geschleudert

Am Freitagabend, 29. Mai, kam es gegen 19.40 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der B 12, Höhe Salzweg. mehr ...

Nicht alles schlucken

Nicht alles schlucken

Auf dem Markt gibt es ein Riesenangebot an Psychopharmaka und auch eine genauso große Nachfrage. Doch welcher seelische Schmerz bewegt einen Menschen zu solchen Mitteln zu greifen und welche Folgen können entstehen? Auf diese und weitere Fragen versuchen 20 psychiatrieerfahrene Menschen, Angehörige und Ärzte Antworten zu geben und persönliche Erfahrungen zu teilen. mehr ...