12.05.2012

Frankfurt/Main (AFP)

Verfassungsschutz erwartet mehr Gewalt durch Salafisten

Der Verfassungsschutz rechnet mit weiteren Ausschreitungen unter Beteiligung von radikalen Salafisten. Es "kommt die politisch motivierte Straßengewalt hinzu, die es bei diesen Gruppen in Deutschland bisher nicht gegeben hat", sagte ein Sprecher. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Steinwürfe gegen Polizisten in Bonn
Der Verfassungsschutz rechnet mit weiteren Ausschreitungen unter Beteiligung von radikalen Salafisten. Es "kommt die politisch motivierte Straßengewalt hinzu, die es bei diesen Gruppen in Deutschland bisher nicht gegeben hat", sagte ein Sprecher.

Der Verfassungsschutz rechnet mit weiteren Ausschreitungen unter Beteiligung von radikalen Salafisten. "Wir gehen davon aus, dass es weitere Auseinandersetzungen der Salafisten mit dem politischen Gegner und der Polizei geben wird", sagte ein Sprecher der Behörde der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Bislang seien salafistische Gruppen vor allem deshalb gefährlich gewesen, weil sie eine Rolle als Durchlauferhitzer für islamistische Terroristen spielten.

"Nun kommt die politisch motivierte Straßengewalt hinzu, die es bei diesen Gruppen in Deutschland bisher nicht gegeben hat. Das ist die neue Dimension", sagte der Sprecher.

Die Zahl der Videos, die sich mit gewalttätigen Aktionen solidarisierten oder zu solchen aufriefen, habe zugenommen, heißt es laut Bericht beim Verfassungsschutz. Zu den Gewalttätern hätten Leute gehört, die der Verfassungsschutz bislang nicht zum harten Kern der gewaltbereiten Salafisten, sondern zum politischen Umfeld gezählt habe.

Laut Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ist von etwa 4000 Anhängern der Salafisten in Deutschland auszugehen. Sie hätten ohne Frage "eine ideologische Nähe" zum Terrornetzwerk al-Kaida, sagte er kürzlich.

Vor rund einer Woche waren beim Aufeinandertreffen der rechtsgerichteten Organisation Pro NRW und salafistischen Demonstranten in Bonn zwei Polizisten durch Messerstiche verletzt worden. Am Rande einer weiteren antiislamischen Demonstration von Pro NRW wurden wenige Tage danach in Köln zehn Salafisten festgenommen.

Der Vorsitzende von Pro NRW, Markus Beisicht, kündigte weitere Aktionen an: "Wir werden die Veranstaltungen zu gegebener Zeit fortsetzen", sagte er der Zeitung. Der nächste Schritt sei, sich mit ähnlichen Bündnissen in anderen Teilen Deutschlands zusammenzutun und mit gleichgesinnten Parteien in anderen Ländern zu vernetzen.

Autor: Frankfurt/Main (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Wahnsinn! Jahn-Fans verwüsten auf der Fahrt nach Chemnitz einen Zug!

Noch vor dem Spiel des Jahn beim Chemnitzer FC sorgen Fans für Ärger – doch diesmal sind es nicht die Ostdeutschen, die im Zug marodieren, sondern die Regensburger. Da bleibt die Frage: Wie (a)sozial ist Fußball? mehr ...

mehr Bilder ansehen
Notarzt

Bahnunfall in Straubing/Ittling

61-Jährige übersieht herankommenden Personenzug

Am Samstagvormittag kollidierte in Ittling ein Personenzug mit einem Pkw. Die Autofahrerin wurde bei dem Crash schwer verletzt. mehr ...

CD Fake Polizei Niederbayern

"Es handelt sich um Falschmeldungen"

Verseuchte CD soll zur Lähmung der Atemwege führen – Polizei warnt vor 'Panikmache'

Mysteriöse Briefsendungen mit einem hochgefährlichen Inhalt sollen derzeit im Umlauf sein. Die Polizei Niederbayern warnt vor "Panikmache". mehr ...

Zoll, Zollkontrolle, Gastronomie

Lohn schwarz ausbezahlt

Hauptzollamt Regensburg deckt Sozialbetrug in der Gastronomie auf

Auf Grund von Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Regensburg verurteilte das Amtsgericht Regensburg eine Gastronomin aus dem Raum Regensburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 18.200,-- Euro. mehr ...

Waffe, Schusswaffe, Gewehr, Munition

Vorfreude auf Silvester wurde zum Verhängnis

Mann (23) kauft sich Schreckschussgewehr: Polizei stellt es sicher

Am Freitagnachmittag, 9. Dezember, erwarb ein 23-jähriger Mann aus Passau in einem Geschäft ein Schreckschussgewehr im Gesamtwert von 500 Euro. mehr ...

Sing 3D

Sing 3D

Die Bühne des eleganten Buster Moon hat schon bessere Tage gesehen. Der Koala will mit einer Casting-Show sein Geschäft retten. Und die Kandidaten haben es in sich: die Maus mit der Glockenstimme, das schüchterne Elefantenmädchen, der Gangster-Gorilla oder Stachelschwein-Punk. Sie alle wollen ihr Leben ändern und vor allem: singen. Dazu stimmen sie Hits aus der Popgeschichte an. Wird Buster Moon einen neuen Star entdecken? mehr ...