05.06.2012 Deutschland/Welt


US-Drohnenangriff in Pakistan galt Al-Kaidas Nummer zwei



Der US-Drohnenangriff auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan vom Montag galt angeblich der Nummer zwei von Al-Kaida, Abu Jahja al-Libi. Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf Regierungsbeamte in den USA und Pakistan, möglicherweise sei al-Libi bei dem nächtlichen Angriff in Nord-Waziristan getötet worden. Pakistanische Sicherheitsvertreter hatten die Zahl der Toten mit 15 angegeben.
Foto: © 2012 AFP



Der US-Drohnenangriff auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan vom Montag galt womöglich der Nummer zwei von Al-Kaida, Abu Jahja al-Libi. Dies berichtet die "New York Times".

Der US-Drohnenangriff auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan vom Montag galt angeblich der Nummer zwei von Al-Kaida, Abu Jahja al-Libi. Die "New York Times" berichtet unter Berufung auf Regierungsbeamte in den USA und Pakistan, möglicherweise sei al-Libi bei dem nächtlichen Angriff in Nord-Waziristan getötet worden. Pakistanische Sicherheitsvertreter hatten die Zahl der Toten mit 15 angegeben.

Ein US-Regierungsbeamter sagte der Nachrichtenagentur AFP, sollte al-Libi tot sein, wäre das ein "schwerer Schlag" für Al-Kaida. Denn im August 2011 sei bei einem US-Raketenangriff in Nord-Waziristan mit dem Libyer Atijah abd al-Rahman schon einmal eine Nummer zwei des Terrornetzwerks getötet worden.

Al-Rahmans Landsmann al-Libi, der als einer der Haupttheoretiker von Al-Kaida gilt, war in den vergangenen Jahren mehrfach in Videobotschaften der Organisation zu sehen. Unter anderem forderte er darin die bewaffneten Aufständischen in Libyen auf, ihren Kampf gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi fortzusetzen. Nach einem US-Drohnenangriff in Süd-Waziristan im Dezember 2009 war fälschlicherweise sein Tod gemeldet worden.

Die USA haben ein Kopfgeld in Höhe von einer Million Dollar auf al-Libi ausgesetzt. Dieser war 2002, nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban in Afghanistan durch NATO-Truppen, in Gefangenschaft geraten. Drei Jahre später gelang ihm die Flucht aus dem US-Hochsicherheitsgefängnis Bagram, was zu seinem Prestige unter den Al-Kaida-Kämpfern beitrug. Al-Libi nahm eine wichtige Stellung als Stellvertreter von Ayman al-Sawahiri ein. Dieser hatte nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Sonderkommando im vergangenen Jahr dessen Nachfolge angetreten.

Die USA verstärkten seit dem NATO-Gipfel zu Afghanistan im vergangenen Monat in Chicago ihre Angriffe mit unbemannten Drohnen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Bereits am Sonntag wurden bei Luftangriffen in Süd-Waziristan fünf mutmaßliche Aufständische getötet, darunter ein Kommandeur. Am Vortag berichteten pakistanische Sicherheitskräfte von mindestens drei Toten.

Autor: Washington (AFP)
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