Wochenblatt
19.02.2016

Beirut (AFP)

UN-Sicherheitsrat berät über türkische Angriffe in Syrien

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte eroberten die kurdischen Milizen nach heftigen Kämpfen die Stadt Schadadi von den Dschihadisten.
Foto: © 2016 AFP Eine Kurdin trauert um ein Opfer der Kämpfe in Hasake
Wegen der türkischen Angriffe auf die Kurden in Syrien ist auf Antrag Russlands eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats angesetzt worden. Russland will dabei einen Stopp aller Aktionen fordert, die "die territoriale Einheit Syriens untergraben".

Wegen der türkischen Angriffe auf kurdische Einheiten in Syrien ist auf Antrag Russlands eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats angesetzt worden. Bei der Sitzung am Freitag wollte Russland einen Resolutionsentwurf einbringen, der den Stopp aller Aktionen fordert, "die die Souveränität und territoriale Einheit Syriens untergraben", wie das Außenministerium in Moskau mitteilte. Unterdessen bekannte sich eine kurdische Extremistengruppe zu dem blutigen Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara.

Laut dem russischen Außenministerium wurde die Ratssitzung für 21.00 Uhr MEZ angesetzt. Russland erklärte sich "äußerst besorgt über die Eskalation an der türkisch-syrischen Grenze und die Pläne der Türkei, Truppen nach Syrien zu schicken".

Ein türkischer Regierungsvertreter hatte sich am Dienstag für eine Intervention mit Bodentruppen in Syrien ausgesprochen. Demnach will die Türkei ein gemeinsames Vorgehen mit den Verbündeten, Pläne für einen Alleingang gebe es nicht. Saudi-Arabien hat sich ebenfalls für die Entsendung von Bodentruppen ausgesprochen, die westlichen Staaten unterstützen dies jedoch bisher nicht. Russland, das seit Ende September zur Unterstützung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Luftangriffe fliegt, lehnt eine Intervention der Türkei strikt ab.

Moskau kritisiert besonders die türkischen Angriffe auf die Kurden im Norden Syriens. Die türkische Artillerie beschießt seit Tagen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), um ihren Vormarsch zu stoppen. Die YPG nutzten die russischen Angriffe auf andere Rebellen, um ihr Gebiet zu erweitern. Ihr Ziel ist es, ein zusammenhängendes Kurden-Territorium im Norden Syriens zu schaffen.

Der Konflikt wurde am Mittwoch weiter verschärft, als bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara 28 Menschen getötet wurden. Die türkische Regierung machte für das Attentat die YPG und die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich. Diese wiesen jede Verantwortung zurück, am Freitag bekannte sich die der PKK nahestehende Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu dem Anschlag.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte die Konfliktparteien davor, eine militärischen Lösung anzustreben. Auch die US-Regierung rief die Türkei und Russland zur Zurückhaltung auf. Die Türkei intensivierte indes den Beschuss der Kurden in der Provinz Aleppo. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte beschoss die türkische Armee erstmals auch die kurdische Stadt Afrin.

Nach den nur schwer überprüfbaren Informationen der oppositionsnahen Organisation eroberten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit Luftunterstützung der US-geführten Koalition in der Provinz Hassake die Stadt Schadadi von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die SDF, deren wichtigster Bestandteil die YPG sind, drängten demnach die Dschihadisten weiter nach Süden zurück.

Angesichts der anhaltenden Kämpfe erwartet der UN-Syriengesandte Staffan de Mistura keine baldige Fortsetzung der Friedensgespräche zu Syrien. Der angesetzte Termin am kommenden Donnerstag sei "unrealistisch", sagte de Mistura der Zeitung "Svenska Dagbladet". Erfolge könnten nur erzielt werden, wenn die Hilfslieferungen für belagerte Städte fortgesetzt würden, und die vereinbarte Feuerpause umgesetzt werde.

Vertreter der USA und Russlands berieten derweil in Genf über die angestrebte Waffenruhe. An dem Treffen nahmen Diplomaten und Militärvertreter beider Länder teil, wie das russische Außenministerium mitteilte. Sie sollten ein Treffen einer Arbeitsgruppe der Syrien-Kontaktgruppe zur Umsetzung der Waffenruhe vorbereiten. Die Feuerpause hatte eigentlich am Freitag beginnen sollen.

Nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) trieben die Kämpfe in der Provinz Aleppo inzwischen mehr als 70.000 Menschen in die Flucht. Das IKRK zeigte sich "zutiefst besorgt" über die Zustände in der Region.

Autor: Beirut (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Grill den Henssler - Sommer-Special

Fernsehen

Regensburgerin bekommt eine eigene Sendung auf RTL!

Die Regensburgerin Evelyn Weigert tritt nicht nur am kommenden Sonntag bei Henssler auf, sondern sie bekommt ab Oktober sogar eine eigene RTL-Sendung! mehr ...

mehr Bilder ansehen

Staatsanwaltschaft

Facebook-Aufruf nach Amoklauf: Täter ist noch minderjährig

Der Facebook-Post nach dem Amoklauf in München, der angeblich zum McDonald's in den Arcaden einlud, wird strafrechtliche Konsequenzen haben. Allerdings ist der Täter noch minderjährig, aber über 14 Jahre alt. mehr ...

Unwetter in Bayern: Ersthelfer rettet hilfloses Rentnerehepaar aus Fahrzeug

Glück gehabt

Fahrzeug war von Wasser eingeschlossen: Ersthelfer rettet hilfloses Rentnerehepaar

Zu einer Vielzahl an Einsätzen hat ein Gewitter geführt, das am Dienstag, 26. Juli, gegen 18 Uhr über Regensburg hinweggezogen war. Zu einem dramatischen Zwischenfall kam es bei einer Bahnunterführung im Westen der Stadt Regensburg. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Der Plan für die Pfauengasse

Welterbe

Sanierung in der Fußgängerzone: Kosmetik für den Kern der Regensburger Altstadt

Die Fußgängerzone in der Regensburger Altstadt ist sicher das Aushängeschild der Stadt. Jetzt wird die saniert. mehr ...

mehr Bilder ansehen
"Christoph Regensburg": Ab Freitag, 29. Mai, starten die Besatzungen der Regensburger Station der DRF Luftrettung mit einem Hubschrauber der neuesten Generation zu ihren Einsätzen: der H 145.

Crash

Sechs Schwerverletzte bei Frontalzusammenstoß vor dem Tunnel Garham

Kurz vor dem Tunnel Garham ereignete sich am frühen Abend des Dienstags, 26. Juli,auf der Bundesstraße B12 ein schwerer Verkehrsunfall. Dabei wurden mehrere Menschen schwer verletzt. mehr ...

BFG - Big Friendly Giant 3D

BFG - Big Friendly Giant 3D

Wie jeder weiß, beginnt die Geisterstunde um Mitternacht - falsch gedacht, denn in Wahrheit ist diese um 3 Uhr morgens. Das weiß auch die 10-jährige Sophie, denn sie streift nachts durch ihr Kinderheim und trifft eines Morgens den Riesen namens BFG, der sie kurzerhand entführt. Zum Glück ist er ganz lieb, aber leider gibt es noch größere Riesen und die verspeisen gerne Menschen. Daher schmieden beide den Plan, dem ein Ende zu bereiten. mehr ...