03.10.2012

Ankara/Brüssel (AFP)

Türkische Vergeltungsangriffe auf Ziele in Syrien

Der internationale Syrien-Beauftragte Lakhdar Brahimi will noch in dieser Woche in die Krisenregion zurückkehren. Ob er nach Syrien einreisen kann, ist noch unklar. In dem Land gehen die Kämpfe unterdessen weiter. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Lakhdar Brahimi
Die türkische Armee hat nach einem tödlichen Granatenbeschuss aus Syrien Vergeltungsangriffe gestartet. Durch den Einschlag syrischer Granaten waren zuvor fünf Menschen getötet worden. Der NATO-Rat wurde zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen.

Die türkischen Streitkräfte haben nach dem Tod von fünf Zivilisten durch Granatenbeschuss aus Syrien Vergeltungsangriffe gestartet. "Die Türkei wird solche Provokationen des syrischen Regimes, die unsere nationale Sicherheit bedrohen, niemals ungestraft lassen", erklärte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Abend in Ankara. Der NATO-Rat wurde noch für den Abend zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen.

"Dieser Angriff ist von unseren Streitkräften sofort erwidert worden", erklärte Erdogan. Die türkischen Streitkräfte feuerten demnach "auf Ziele entlang der Grenze, die mit Radar identifiziert" worden waren. Durch den Einschlag syrischer Granaten waren in Akcakale nahe der syrisch-türkischen Grenze fünf Menschen getötet worden. Bürgermeister Abdülhakim Ayhan sagte, unter den fünf Toten sei eine Frau mit ihren drei Kindern. Die Bevölkerung sei wütend, da immer wieder Geschosse nach Akcakale hineinflögen. Außenminister Ahmet Davutoglu berief seinerseits eine Dringlichkeitssitzung ein.

Der NATO-Rat wurde aufgrund von Artikel 4 des NATO-Vertrags einberufen. Dieser ist für den Fall vorgesehen, dass ein Mitgliedsstaat "die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit" eines NATO-Landes als bedroht ansieht. Seit dem Beginn des Syrien-Konflikts im März 2011 war erst einmal ein ähnlicher Fall eingetreten: Im Juni hatte die NATO den Abschuss eines türkischen Kampfjets durch die syrische Luftwaffe verurteilt.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu telefonierte wegen des Granatenbeschusses von Akcakale mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und dem internationalen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der sich auf einer Feier zur deutschen Einheit in der deutschen Botschaft in Paris aufhielt, sagte, er wolle sich erst zu den Vorgängen äußern, wenn er mit seinem türkischen Kollegen Davutoglu darüber gesprochen habe.

Das Militärbündnis beobachte die Lage "mit großer Sorge", sagte Rasmussens Sprecherin Oana Lungescu in Brüssel. Der Generalsekretär habe den Vorfall "scharf verurteilt". US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte ihre "Entrüstung" darüber, dass aus Syrien über die Grenze geschossen worden sei. "Wir bedauern den Verlust von Menschenleben auf der türkischen Seite", sagte Clinton. Der UN-Generalsekretär bat den türkischen Außenminister, er möge "alle Kommunikationswege" zur syrischen Regierung aufrechterhalten, um "aus dem Vorfall resultierende Spannungen zu vermindern".

Autor: Ankara/Brüssel (AFP)

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