05.08.2012

Nahe Aleppo (AFP)

Syrische Armee rüstet sich für Entscheidungsschlacht

In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo hat es nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wieder heftige Gefechte gegeben. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad beschoss demnach am Morgen das Viertel Salaheddin, das die bewaffneten Rebellen nach eigenen Angaben zur Hälfte kontrollieren.
Foto: © 2012 AFP Rebellen in Aleppo
In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo hat es wieder heftige Gefechte gegeben. "Die Truppen sind jetzt bereit für den entscheidenden Angriff, warten aber auf die Befehle", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo hat es wieder heftige Gefechte gegeben. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn des landesweiten Aufstandes gegen Staatschef Baschar al-Assad stieg nach Oppositionsangaben auf mehr als 21.000. Unklar ist das Schicksal von 48 von Rebellen in Damaskus verschleppten Iranern, die nach Angaben der Geiselnehmer keine Pilger, sondern Milizionäre und Elitesoldaten sein sollen.

In Aleppo konzentrierten sich die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Aufständischen der Freien Syrischen Armee auf den Stadtteil Salaheddin, der als Einfallstor in das Zentrum gilt. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London gab es außerdem Gefechte in drei weiteren Bezirken im Westen der 350 Kilometer nördlich von Damaskus gelegenen Stadt.

Nach Armeeangaben erhielten die 20.000 um Aleppo postierten Soldaten weitere Verstärkung. "Die Truppen sind jetzt bereit für den entscheidenden Angriff, warten aber auf die Befehle", sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Nachrichtenagentur AFP. "Der Krieg kann sich jedoch in die Länge ziehen, denn zur Vertreibung der Terroristen wird es Straßenkämpfe geben." Die eigentliche Schlacht um Aleppo stehe noch aus.

Zur Entlastung Aleppos greifen die Rebellen fast jede Nacht den nahegelegenen Militärflughafen Mannagh an, wo die Armee Hubschrauber stationiert hat. Die Kampfflugzeuge der Luftwaffe kommen unterdessen aus Idlib und anderen Regionen und nichts scheint sie aufhalten zu können. Der regierungsfeindliche Syrische Nationalrat beschuldigte die Armee, durch ihren Beschuss viele historische Bauten zu gefährden. Die Altstadt von Aleppo, eine der ältesten Städte der Welt, gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Regierungszeitung "Al-Watan" zufolge befinden sich "6000 bis 8000 Terroristen" in Aleppo. Hunderte von ihnen seien getötet oder verletzt worden. Loyal zur Regierung stehende Einwohner beteiligten sich demnach an der Seite der Armee an den Kämpfen. Die Hauptstadt Damaskus befand sich am Sonntag nach Armeeangaben nach der Einnahme des Viertels Tadamun wieder vollständig unter Kontrolle der Streitkräfte.

Im vergangenen Monat wurden in Syrien nach Angaben der Beobachtungsstelle die meisten Menschen seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 getötet. Mindestens 4239 Menschen seien im Juli getötet worden. Die Gesamtzahl der Toten gab die Stelle nun mit mehr als 21.000 an. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben nicht bestätigt werden.

Zu den verschleppten Iranern strahlte der Fernsehsender Al-Arabija ein Video aus, in dem ein Vertreter der Geiselnehmer erklärt, die 48 Geiseln seien iranische Milizionäre und zum Teil Revolutionsgardisten. Die Revolutionsgarden sind eine Elitetruppe der iranischen Führung.

Nach Darstellung Teherans handelt es sich bei den Verschleppten dagegen um muslimische Pilger, die sich aus religiösen Gründen in Syrien aufhielten. Die iranische Regierung forderte die Türkei und Katar auf, sich für die Freilassung der Geiseln einzusetzen. Beide Länder unterstützen die syrischen Rebellen.

Die syrischen Rebellen sind überwiegend sunnitischen Glaubens. Sie prangern Teherans Unterstützung für Präsident Baschar al-Assad an, der zur schiitisch-alawitischen Glaubensrichtung gehört.

Autor: Nahe Aleppo (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Vermisster Bernd E.

Vermisst

Auf dem Weg nach Dresden verschwunden – Spur führt auch nach Regensburg

Die Polizei fahndete derzeit nach dem vermissten Bernd E., der nach einem Besuch bei seinen Kindern in Bayern nicht wieder in Dresden angekommen ist. mehr ...

Der schwarze Dacia wurde beim Unfall stark beschädigt.

Verletzte Fahrerin muss ins Krankenhaus, Auto hat Totalschaden

Stoppschild übersehen – schon hat's gekracht!

Zu einem heftigen Unfall ist es am Donnerstag gegen 17 Uhr bei Johannesbrunn gekommen, als eine Auto-Fahrerin einen anderen Wagen übersehen hatte. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Die Kriminalpolizei Regensburg hat in einer gemeinsamen Aktion mit Zielfahndern des Bayerischen Landeskriminalamtes und in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Regensburg einen langjährig gesuchten Drogendealer aufgespürt und festgenommen sowie eine Vielzahl von Betäubungsmitteln sichergestellt. Gegen den Mann erging ein Untersuchungshaftbefehl.

Festnahme

Zielfahnder des LKA schnappen in Tegernheim einen gesuchten Drogendealer

Die Kriminalpolizei Regensburg hat in einer gemeinsamen Aktion mit Zielfahndern des Bayerischen Landeskriminalamtes und in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Regensburg einen langjährig gesuchten Drogendealer aufgespürt und festgenommen sowie eine Vielzahl von Betäubungsmitteln sichergestellt. Gegen den Mann erging ein Untersuchungshaftbefehl. mehr ...

Per Iris-Scan das Gerät entsperren - Zukunftsmusik? IT-Blogger erwarten das vom neuen iPhone.

Wirtschaft

Apples neues Jubiläums-iPhone hat offenbar ein Herz aus Regensburg!

Apple-Jünger warten sehnsüchtig auf das neue iPhone 8 – Osram und Infineon sind wohl an der Technik beteiligt. Doch die Unternehmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. mehr ...

Volksfestpolizei 2017

Der Volksfest-Polizeibericht vom Donnerstag

Bierzelt-Kellner die Nase gebrochen, Drogenfund am Adler

Zahlreiche Alkoholfahrten und Körperverletzungen beschäftigten die Straubinger Polizei. mehr ...

Tigermilch

Tigermilch

In diesem Sommer wollen Nini und Jameelah ins richtige Leben durchstarten: Berlin, Freibad, Jungs, Party, der erste Sex. Dazu steht noch die Einbürgerung der Irakerin Jameelah und ihrer Mutter an. Mit ihrem Lieblingsdrink "Tigermilch", mit viel Weinbrand, trinken sich die Freundinnen Mut zur Umsetzung ihrer Pläne an. Aber eines Nachts werden die beiden Zeuginnen eines Mordes - und plötzlich ist alles anders. mehr ...