Wochenblatt
09.07.2012

Damaskus (AFP)

Syrien: Annan mit Assad einig über weiteres Vorgehen

Der internationale Sondergesandte Kofi Annan hat sich nach eigenen Angaben mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad über das weitere Vorgehen zur Lösung des Syrien-Konflikts verständigt. Das Foto zeigt einen Syrer neben einem Mitglied der Un-Mission in Syrien.
Foto: © 2012 AFP Bislang geht das Blutvergießen in Syrien weiter
Der internationale Sondergesandte Kofi Annan hat sich nach eigenen Angaben mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad über das weitere Vorgehen zur Lösung des Syrien-Konflikts verständigt.

Der internationale Sondergesandte Kofi Annan hat sich nach eigenen Angaben mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad über das weitere Vorgehen zur Lösung des Syrien-Konflikts verständigt. Diese Überlegungen wolle er nun den Rebellen vorlegen, sagte Annan nach einem Gespräch mit Assad in Damaskus. Während Annan das Treffen als "offen" und "konstruktiv" lobte, wurde es vom oppositionellen syrischen Nationalrat scharf kritisiert.

"Wir haben über die Notwendigkeit eines Endes der Gewalt diskutiert und über Wege, wie dies erreicht werden kann", sagte Annan nach dem Treffen in einem Hotel in Damaskus. Über seine Einigung mit Assad wolle er nun mit der "bewaffneten Opposition" reden, fügte der Syrien-Gesandte von UNO und Arabischer Liga hinzu. Zuvor hatte bereits das syrische Außenministerium mitgeteilt, das Gespräch zwischen Annan und Assad sei "konstruktiv" und "gut" gewesen.

Annan war am Sonntag zu seinem dritten Besuch nach Syrien gereist. Zuvor hatte er in einem Zeitungsinterview das Scheitern seiner bisherigen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in Syrien eingestanden. Es seien bereits große Anstrengungen unternommen worden, um die Krise auf "friedliche und politische Weise" beizulegen, sagte der frühere UN-Generalsekretär der französischen Zeitung "Le Monde". "Offenkundig haben wir es nicht geschafft."

Annan hatte im April einen Sechs-Punkte-Plan für Syrien vorgelegt, der unter anderem einen Waffenstillstand vorsah. Er erwies sich bisher jedoch als weitgehend wirkungslos. Nach Angaben der Opposition wurden seit Beginn der Proteste gegen Assad im März 2011 mehr als 17.000 Menschen in Syrien getötet. Allein am Sonntag sollen landesweit fast 100 Menschen getötet worden sein.

Der syrische Nationalrat kritisierte Annans Besuch in Damaskus. Annan treffe sich trotz der anhaltenden Gewalt in dem Land mit "Symbolen des syrischen Regimes", wohingegen er einem Treffen der Syrien-Kontaktgruppe am Freitag in Paris ferngeblieben sei, erklärte die größte syrische Oppositionsgruppe.

Unterdessen empfing der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau den bekannten syrischen Oppositionspolitiker Michel Kilo. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen forderte Kilo Russland dazu auf, zu einer "Stabilisierung der Situation" in Syrien beizutragen. Lawrow sagte, sein Land sei "eines der wenigen, wenn nicht gar das einzige", das sowohl mit der syrischen Regierung als auch mit den verschiedenen Oppositionsgruppen verhandle, um eine Umsetzung von Annans Friedensplan zu erreichen.

Der neue Chef des Nationalrates, Abdel Basset Sajda, wird am Mittwoch in Moskau erwartet. Russland gilt als enger Verbündeter des syrischen Staatschefs Assad und wurde vom syrischen Nationalrat für seine Haltung während des Konflikts immer wieder heftig kritisiert. Präsident Wladimir Putin bekräftigte indes, die Konfliktparteien in Syrien müssten dazu "gezwungen" werden, in allen Streitfragen eine "friedliche politische Lösung" zu finden.

Nach Berichten iranischer Staatsmedien sollte Annan nach seinem Besuch in Damaskus in den Iran weiterreisen. Er werde am Nachmittag in Teheran erwartet, berichtete der Fernsehsender Al-Alam. Annan hatte stets dafür plädiert, den Iran an den Gesprächen für einen Ausweg aus der Syrien-Krise zu beteiligen, sich damit aber bei den westlichen Staaten nicht durchsetzen können.

Autor: Damaskus (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Am Samstag, 29. August, mussten die Rettungskräfte in Regensburg an die Donau ausrücken. Eine Person war untergegangen.

Wasserrettung

Einsatzkräfte müssen alkoholisierte Person aus der Donau retten

Am Samstag, 29. August, mussten die Rettungskräfte in Regensburg an die Donau ausrücken. Eine Person war untergegangen. mehr ...

Am Samstagnachmittag, 29. August, hat sich in Regensburg nach der Nibelungenbrücke stadteinwärts ein schwerer Unfall ereignet.

Crash

Unfall in Regensburg: Pkw landet auf dem Dach

Am Samstagnachmittag, 29. August, hat sich in Regensburg nach der Nibelungenbrücke stadteinwärts ein schwerer Unfall ereignet. mehr ...

Finale verloren

Vilshofen im Pech: Bayern 3-Dorffest geht nach Oberfranken

Schade: Nach 3 Wochen Klick-Marathon und einer gewonnenen Dorfmission geht Vilshofen an der Donau leer aus: das Bayern 3-Dorffest findet nach verlorenem Finale in Tiefenlesau in Oberfranken statt mehr ...

mehr Bilder ansehen
Brand Klinikum

Heißer Einsatz

Autos gehen beim Klinikum Landshut in Flammen auf

Zwei Autos sind am Freitagmittag beim Klinikum in Flammen aufgegangen. Als die Einsatzkräfte am Mitarbeiterparkplatz eintrafen, standen nicht nur die Autos, sondern auch Teile einer Hecke und einer angrenzenden Wiese lichterloh in Flammen. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Jahni

Freundschaftsspiel

Jahn-Testspiel gegen den FC Bayern wird auf 19 Uhr vorverlegt

Das für Donnerstag, 3. September, in der Continental-Arena angesetzte Freundschaftsspiel zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem FC Bayern München wird von 20 auf 19 Uhr vorverlegt. mehr ...

Las insoladas - Sonnenstiche

Las insoladas - Sonnenstiche

Sol, Vicky, Karina, Valeria, Lala und Flor sind Freundinnen und haben sich im Salsa-Kurs kennengelernt. Sie alle hegen denselben Wunsch, einmal nach Kuba in die Karibik zu reisen, wo sie blaues Meer und Palmen am Strand erwarten. Diesem Traum vom Paradies steht der graue, unbeständige und vor allen Dingen finanziell problematische Alltag in Buenos Aires gegenüber. Beim gemeinsamen exzessiven Sonnenbad entwickelt sich ihr Wunsch zur Obsession. mehr ...