15.07.2012

London (AFP)

Springsteen und McCartney bei Konzert abgeschaltet

Sperrstunde überschritten: Auch dem Mikro von Paul McCartney wird bei seinem Auftritt in London der Stecker gezogen. Stumm musste er die Bühne verlassen. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Paul McCartney
Wegen Überschreitung der Sperrstunde haben die Veranstalter den beiden Musikgrößen Bruce Springsteen und Paul McCartney bei einem Rockkonzert in London das Mikro abgeschaltet.

Wegen Überschreitung der Sperrstunde haben die Veranstalter den beiden Musikgrößen Bruce Springsteen und Paul McCartney bei einem Rockkonzert in London das Mikro abgeschaltet: Als die Musiker eine halbe Stunde nach Beginn der Sperrstunde am Samstagabend noch immer nicht die Bühne verlassen wollten, zogen die Organisatoren kurzerhand den Stecker. Das rigorose Durchgreifen rief auch Londons Bürgermeister Boris Johnson auf den Plan.

US-Rocker Springsteen, der für seine langen Showacts bekannt ist, überzog den Zeitrahmen für das Festival Hard Rock Calling mit Hits wie "Born in the USA" und "Because the Night" und wurde gegen Ende der Show von Ex-Beatle McCartney auf der Bühne mit den Hits "I Saw Her Standing There" und "Twist and Shout" begleitet. Springsteen hatte zuvor bereits unter anderen den Rage-Against-the-Machine-Gitarristen Tom Morello für zwei Hits auf die Bühne geholt und zudem Wunschhits der Fans geschmettert.

Als die Organisatoren schließlich die Geduld verloren und den Strom abschalteten, blieb dem 62-jährigen Springsteen und dem 70-jährigen McCartney keine Möglichkeit mehr, den 65.000 Fans zu danken. Stattdessen mussten sie schweigend die Bühne im Londoner Hyde Park verlassen.

Springsteens Gitarrist Steven Van Zandt ließ sich später im Internet-Kurznachrichtendienst Twitter über das Verhalten der Veranstalter aus: "Mal ehrlich, wann ist England zum Polizeistaat geworden?" Zwar habe die Abschaltung der Mikros nicht den "tollen Abend" ruiniert, aber: "Wenn ich mit McCartney jamme, fallt mir nicht auf den Wecker."

Auch Londons Bürgermeister Johnson kritisierte die Veranstalter. "Das klingt für mich nach einer überzogenen Entscheidung", sagte der exzentrische Politiker mit dem markanten blonden Wuschelkopf dem Londoner Radiosender LBC. "Hätten sie mich angerufen, meine Antwort wäre gewesen, dass sie in Gottes Namen weiterrocken sollen!" Während der Ende Juli beginnenden Olympischen Spiele werde so etwas nicht passieren, versicherte Johnson.

Autor: London (AFP)

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