09.07.2012

Krimsk (AFP)

Russland trauert um die Toten der Flutkatastrophe

Mit einem Tag Staatstrauer hat Russland der mehr als 170 Toten der Flutkatastrophe im Süden des Landes gedacht. Der Bürgermeister der Stadt Krimsk und der Bezirkschef wurden entlassen, weil sie die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt haben sollen.
Foto: © 2012 AFP Staatstrauer in Russland
Mit einem Tag Staatstrauer hat Russland der mehr als 170 Toten der Flutkatastrophe im Süden des Landes gedacht. Der Bürgermeister der Stadt Krimsk und der Bezirkschef wurden entlassen, weil sie die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt haben sollen.

Mit einem Tag der Staatstrauer hat Russland der mehr als 170 Toten der Flutkatastrophe im Süden des Landes gedacht. Am Kreml und an weiteren Regierungs- und Behördengebäuden hingen die Flaggen auf Halbmast, im Fernsehen wurden Unterhaltungsprogramme und Werbung ausgesetzt. Nach den schweren Vorwürfen gegen die Behörden, sie hätten nicht früh genug gewarnt, wurden der Bezirkschef und der Bürgermeister von Krimsk entlassen.

Der Gouverneur der Unglücksregion Krasnodar, Alexander Tkaschew, enthob den Bürgermeister der Stadt Krimsk und den Chef des gleichnamigen Bezirks, Wassili Krutko, ihrer Ämter. Beide hätten schon mindestens drei Stunden vor der Katastrophe die Flutwarnungen erhalten, die Bevölkerung sei aber nicht rechtzeitig gewarnt worden, erklärte der Gouverneur.

Bei der Überschwemmungskatastrophe in der Region Krasnodar waren am Wochenende mindestens 171 Menschen ums Leben gekommen. Allein im Bezirk um die Stadt Krimsk wurden 159 Leichen geborgen. Mehr als 25.000 Menschen verloren ihren Besitz ganz oder teilweise. Die örtlichen Behörden sprachen von der schlimmsten Naturkatastrophe in der Region seit Jahrzehnten. Fast 3000 Rettungskräfte waren bei den Such- und Bergungsarbeiten im Einsatz.

Den Behörden wird vorgeworfen, die Bewohner der Region nicht hinreichend gewarnt zu haben. Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, das Warnsystem habe vermutlich nicht richtig funktioniert, und sprach von "Fehlern". Gouverneur Tkaschew sagte der Zeitung "Iswestija" hingegen, die Fluten seien eine "große Überraschung" gewesen. "Das ist eine Katastrophe wie ein Erdbeben. Was kann man machen? Der Mensch kann nichts dagegen unternehmen, er hat keine Chance."

Die Bewohner werfen den Behörden auch vor, dass die Katastrophe durch das Öffnen von Sperren an einem nahegelegenen Stausee verursacht wurde. Die Behörden weisen das zurück. Ermittler mussten aber einräumen, dass das wiederholte Ablassen von Wasser aus dem Stausee zur Katastrophe beigetragen haben könnte. Russlands Präsident Wladimir Putin, der die Region am Wochenende besuchte, kündigte eine genaue Untersuchung des Krisenmanagements der Behörden an. Regierungschef Dmitri Medwedew sagte ein Treffen zur Vorbereitung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ab, um Zeit für die Untersuchung der Katastrophe zu haben.

In seltener Einmütigkeit kritisierten regierungsnahe und oppositionelle Zeitungen die Behörden. Die Zeitung "Iswestija" warf ihnen "Schlampigkeit" vor. Die Zeitung "Wedomosti" schrieb, die Katastrophe zeige die "Unfähigkeit der Behörden auf, die Bevölkerung vor Naturkatastrophen zu schützen". Die Menschen seien nicht in Sicherheit gebracht und nicht gewarnt worden. Dabei hätten die Behörden das Risiko gekannt, schließlich habe es bereits vor zehn Jahren in der Region schwere Überschwemmungen geben. Die kremltreue Zeitung "Komsomolskaja Prawda" schrieb, die Anwohner seien zwar über SMS und das Fernsehen gewarnt worden, die meisten Menschen hätten die Warnungen aber nicht mitbekommen.

In der Unglücksregion wurden die ersten Opfer der Überschwemmungskatastrophe beigesetzt. Bei der offiziellen Staatstrauer wurde landesweit auch der 14 russischen Pilger gedacht, die am Samstag bei einem Busunglück in der Ukraine gestorben waren. Ihr Bus war in der Region Tschernigow im Norden des Landes auf die Gegenfahrbahn geraten und umgekippt.

Autor: Krimsk (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

"Wer wird Millionär?": Florian Wein aus Regensurg

Quiz-Show

Regensburger gewinnt bei 'Wer wird Millionär?' 125.000 Euro

Florian Wein ist in der Region als Moderator bei Radio Galaxy und auch als Chef des Ovigo-Theaters Oberviechtach bekannt. Nun holte sich der 30-Jährige am Donnerstag, 8. Dezember, beim Zocker-Special von "Wer wird Millionär?" 125.000 Euro. mehr ...

mehr Bilder ansehen

Unfall

Rotlicht missachtet: Heftiger Crash an der Autobahnauffahrt

Gegen 22 Uhr kam es am Donnerstagabend, 8. Dezember, in Regensburg an der Kreuzung Landshuter Straße/Autobahnauffahrt Richtung Nürnberg zu einem schweren Verkehrsunfall. mehr ...

mehr Bilder ansehen

Was Sie jetzt wissen müssen

Nach dem Rathausbrand: Aktuelle Infos der Stadt Straubing

Am Donnerstagabend hat die Stadt Straubing aktuelle Informationen nach dem Rathausbrand bekannt gegeben mehr ...

Blaulicht Polizei

Wagen kracht beim Überholen gegen zwei Lkw

Schwerer Unfall auf der B12: Insassen bleiben zum Glück unverletzt

Bei einem Überholvorgang stießen am Donnerstagabend, 8. Dezember, auf der B12 Höhe Herzogsreut ein tschechischer Wagen gegen zwei Lkw. mehr ...

CD Fake Polizei Niederbayern

"Es handelt sich um Falschmeldungen"

Verseuchte CD soll zur Lähmung der Atemwege führen – Polizei warnt vor 'Panikmache'

Mysteriöse Briefsendungen mit einem hochgefährlichen Inhalt sollen derzeit im Umlauf sein. Die Polizei Niederbayern warnt vor "Panikmache". mehr ...

Sing 3D

Sing 3D

Die Bühne des eleganten Buster Moon hat schon bessere Tage gesehen. Der Koala will mit einer Casting-Show sein Geschäft retten. Und die Kandidaten haben es in sich: die Maus mit der Glockenstimme, das schüchterne Elefantenmädchen, der Gangster-Gorilla oder Stachelschwein-Punk. Sie alle wollen ihr Leben ändern und vor allem: singen. Dazu stimmen sie Hits aus der Popgeschichte an. Wird Buster Moon einen neuen Star entdecken? mehr ...