Die Wochenblatt App
12.06.2012

Berlin (AFP)

Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich ist tot

Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich ist tot. Sie starb am Dienstag kurz vor ihrem 95. Geburtstag. Zusammen mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, veröffentlichte sie unter anderem das Buch "Die Unfähigkeit zu trauern" (Archivbild aus dem Jahr 2009).
Foto: © 2012 AFP Margarete Mitscherlich ist tot
Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich ist tot. Sie starb am Dienstag kurz vor ihrem 95. Geburtstag. Zusammen mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, veröffentlichte sie unter anderem das Buch "Die Unfähigkeit zu trauern".

Die Psychoanalytikerin und Autorin Margarete Mitscherlich ist tot. Das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main bestätigte, dass Mitscherlich am Morgen wenige Wochen vor ihrem 95. Geburtstag gestorben ist. Die im Juli 1917 geborene Mitscherlich zählte zu den bekanntesten Psychoanalytikern in Deutschland.

Bekannt wurde sie vor allem durch das zusammen mit ihrem Mann, dem Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, verfasste Buch "Die Unfähigkeit zu trauern" aus dem Jahr 1967. Der Essayband gilt als Schlüsseltext zur Nazi-Vergangenheit, die nach Meinung der Autoren von den Deutschen nicht bewältigt war. Das Paar setzte sich für eine kollektive Aufarbeitung der Hitler-Diktatur ein. Das von der damaligen Studentenbewegung stark rezipierte Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Die als Tochter eines dänischen Arztes und einer deutschen Lehrerin in Dänemark geborene Margarete Nielsen studierte Medizin in München und Heidelberg, bevor sie ihren späteren Mann Alexander kennenlernte. Später wandte sie sich der Frauenbewegung zu. Viele Jahre lang war sie am Siegmund-Freud-Institut tätig. Weitere Werke von ihr sind "Das Ende der Vorbilder", "Die friedfertige Frau" und "Die Zukunft ist weiblich".

Autor: Berlin (AFP)