04.02.2012
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Damaskus (AFP)

Offenbar über 250 Zivilisten im syrischen Homs getötet

Bei neuen Protesten gegen die syrische Führung sind nach Angaben der Opposition in der Protesthochburg Homs mehr als 250 Zivilisten getötet worden. In der Stadt habe es in der Nacht zum Samstag "eines der schlimmsten Massaker seit dem Beginn des Aufstands in Syrien" gegeben, teilte der Syrische Nationalrat mit.
Foto: © 2012 AFP
Bei neuen Protesten gegen die syrische Führung sind nach Angaben der Opposition in der Protesthochburg Homs mehr als 250 Zivilisten getötet worden. In der Stadt habe es "eines der schlimmsten Massaker seit dem Beginn des Aufstands in Syrien" gegeben.

Bei neuen Protesten gegen die syrische Führung sind nach Angaben der Opposition in der Protesthochburg Homs mehr als 250 Zivilisten getötet worden. In der Stadt habe es in der Nacht zum Samstag "eines der schlimmsten Massaker seit dem Beginn des Aufstands in Syrien" gegeben, teilte der Syrische Nationalrat mit. Der UN-Sicherheitsrat soll trotz russischer Gegenwehr am Nachmittag über eine Resolution abstimmen.

Sicherheitskräfte von Präsident Baschar al-Assad hätten in Homs "Wohnviertel bombardiert", erklärte der Nationalrat in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Vor allem im Stadtteil al-Chalidija seien zahlreiche Menschen getötet worden, teilte auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Den Angaben zufolge wurden zudem hunderte Menschen verletzt. Die arabischen Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira zeigten Bilder zahlreicher Leichen.

Rami Abdel Rahman, Chef der Beobachtungsstelle, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe ein "regelrechtes Massaker" gegeben, und forderte eine "sofortige Intervention" der Arabischen Liga. Der Beobachtungsstelle und dem Nationalrat zufolge ging die Armee landesweit gewaltsam gegen Zivilisten vor und tötete weitere Menschen. Bei einer Beisetzung von Angriffsopfern nahe Damaskus hätten Sicherheitskräfte zudem zwölf Menschen erschossen.

In vielen Städten hatte es am Freitag Demonstrationen zur Erinnerung an das Massaker von Hama im Jahr 1982 gegeben, als Hafis al-Assad, Vater des jetzigen Staatschefs, Proteste der islamistischen Muslimbrüder niederschlagen ließ. In Berlin, Kairo und Athen randalierten dutzende Demonstranten in den Botschaften Syriens. Ähnliche Versuche in London und Kuwait-Stadt unterband die Polizei. Tunesien kündigte am Samstag eine Ausweisung des syrischen Botschafters an.

Derweil sagte ein UN-Diplomat in New York, dass der UN-Sicherheitsrat am Samstagnachmittag über den jüngsten Resolutionsentwurf zur Syrien-Krise abstimmen werde. In dem neuen Resolutionstext wird nicht mehr explizit der Rücktritt von Präsident Assad gefordert. Auch jeder Hinweis auf Sanktionen oder ein mögliches Waffenembargo wurde als Zugeständnis an Moskau gestrichen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte im russischen Fernsehen trotzdem vor einem "Skandal", sollte der Sicherheitsrat über den Resolutionsentwurf abstimmen. Eine Resolution müsse auch Gewalt von Assads Gegnern in Syrien verurteilen und dürfe keine "Vorbedingungen" für Verhandlungen enthalten. Später kündigte Lawrow bei der Sicherheitskonferenz in München an, am Dienstag nach Damaskus zu reisen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte in München erneut eine Einigung. "Zu der Stunde, in der wir hier beraten, dürfen wir nicht vergessen, dass Menschen ihr Leben verlieren", sagte er. Es sei "allerhöchste Zeit, dass die internationale Staatengemeinschaft dazu eine klare Position bezieht und die Gewalt des Assad-Regimes in aller Deutlichkeit verurteilt", erklärte er zudem.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zeigte sich indes "sehr besorgt" über die humanitäre Lage in Syrien. Dort seien 50.000 Menschen auf der Flucht, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er forderte die Konfliktparteien auf, den Helfern der Schwesterorganisation Roter Halbmond sicheren Zugang zu den Opfern zu gewährleisten.



Autor: Damaskus (AFP)
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