15.12.2012

München (AFP)

Offenbar Spur in Islamistenszene nach Bonner Bombenfund

Nach dem Fund einer Sprengstofftasche auf dem Bonner Hauptbahnhof suchen die Ermittler weiter nach den Verdächtigen.
Foto: © 2012 AFP Fahndungsplakat der Polizei
Nach dem versuchten Anschlag im Bonner Hauptbahnhof führen verschiedene Spuren in die rheinische Islamistenszene. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, wurde ein Tatverdächtiger inzwischen identifiziert.

Nach dem versuchten Anschlag im Bonner Hauptbahnhof führen verschiedene Spuren in die rheinische Islamistenszene. Wie mehrere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, wurde ein Tatverdächtiger inzwischen identifiziert. Dabei handelt es sich offenbar um den aus Somalia stammenden Extremisten Abdirazak B., der auch über Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Kaida verfügen soll.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, erkannten Ermittler in B. den dunkelhäutigen Mann, der die Bombe am Montag in Bonn deponiert haben soll. Er werde der radikalislamischen Szene in der Bundesstadt zugeordnet. Gesucht wird dem Bericht zufolge auch nach mindestens zwei weiteren Tatverdächtigen. Unter ihnen soll ein hellhäutiger Mann mit Bart sein, der die Tasche mit der Bombe am Bahnhof an seinen dunkelhäutigen Komplizen übergeben haben soll.

B. soll sich 2011 der radikalislamischen Shebab-Miliz in Somalia angeschlossen haben, berichtet die "FAS" unter Berufung auf Angaben aus Sicherheitskreisen. Sie soll in Bonn in Verbindung mit einer Gruppierung namens "Deutsche Shebab" stehen, der vor allem deutsch-somalische islamische Extremisten angehörten.

Auch nach einem Bericht des Magazins "Focus" gleicht das Phantombild eines der beiden wegen des Anschlagsversuchs in Bonn gesuchten Tatverdächtigen dem Somalier B. Er werde beim Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen als "Gefährder" eingestuft.

Auch der WDR berichtete, einer der drei Tatverdächtigen in Verbindung mit dem Bonner Anschlagsversuch sei identifiziert worden. Allerdings verwies der Sender dabei nicht auf B. Die Rede war von einem Mann aus dem nordrhein-westfälischen Langenfeld. Der Ort grenzt an Solingen, dass demnach neben Bonn als ein Zentrum salafistischer Hassprediger gilt. Allerdings sei nicht klar, ob dieser Verdächtige zur Tatzeit am Bonner Hauptbahnhof oder mit der Planung des versuchten Anschlags beschäftigt war, hieß es.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Freitag die Ermittlungen zu dem Anschlagsversuch übernommen. Berichten zufolge soll die auf dem Bonner Hauptbahnhof deponierte Bombe gezündet worden seien. Nur aufgrund technischer Probleme erfolgte demnach keine Detonation.

"Wir nehmen den Sachverhalt sehr ernst. Er unterstreicht unsere Einschätzung, dass Deutschland im Fadenkreuz des jihadistischen Terrorismus steht", hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zur Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft erklärt. Friedrich sagte weiter, er habe das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt angewiesen, "mit allen erforderlichen Ressourcen" die Ermittlungen zu unterstützen.

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte als Konsequenz aus dem Anschlagsversuch, den Straftatbestand der Bildung einer terroristischen Vereinigung zu erweitern. Der entsprechende Paragraf 129a des Strafgesetzbuchs solle auch bei Brand- und Sprengstoffdelikten angewendet werden, sagte Schünemann der "Welt am Sonntag". Er verlangte auch mehr Videoüberwachung: "Sie muss an Kriminalitätsschwerpunkten dringend ausgeweitet werden. Auf Bahnhöfen ist dies flächendeckend erforderlich", sagte der CDU-Politiker. Dabei müsse es auch möglich sein, die betreffenden Bilder aufzuzeichnen.

Autor: München (AFP)

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