Wochenblatt
15.07.2012

Jerusalem (AFP)

Offenbar Nazi-Kriegsverbrecher in Ungarn aufgespürt

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry ist nach Informationen des Simon-Wiesenthal-Zentrums aufgespürt worden. Csatáry soll für die Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz mitverantwortlich sein. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Stacheldraht und Wachturm im Vernichtungslager Auschwitz
Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry ist nach Informationen des Simon-Wiesenthal-Zentrums aufgespürt worden. Csatáry soll für die Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz mitverantwortlich sein.

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry ist nach Informationen des Simon-Wiesenthal-Zentrums aufgespürt worden. Wie das Jerusalemer Büro des Wiesenthal-Zentrums mitteilte, wurde der 97-Jährige von der britischen Boulevard-Zeitung "The Sun" in der ungarischen Hauptstadt Budapest fotografiert und gefilmt. Csatáry soll für die Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz mitverantwortlich sein.

Die Informationen über Csatáry wurden vom Dirketor des Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, veröffentlicht. Zuroff sagte, die "Sun" habe sich bei ihren Recherchen auf Informationen gestützt, die vom Wiesenthal-Zentrum im September 2011 herausgegeben wurden. Damals habe ein Informant, dem inzwischen eine Belohnung von 25.000 Euro gezahlt worden sei, es ermöglicht, den Aufenthaltsort Csatárys zu bestimmen.

Zuroff hatte im Dezember auch in Berlin eine neue Kampagne zur Enttarnung und Verurteilung noch lebender NS-Verbrecher mit Hilfe örtlicher Ermittlungsbehörden vorgestellt. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum arbeitet bei der Kampagne mit der Targum-Shlishi-Stiftung in den USA zusammen. Die Kampagne soll Ermittlungsbehörden dabei unterstützen, Kriegsverbrecher in Deutschland, Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn, Kroatien und den baltischen Staaten zu finden.

Das Wiesenthal-Zentrum übergab seine Informationen laut Zuroff auch der Staatsanwaltschaft in Budapest. Vize-Staatsanwalt Jenö Varga konnte am Sonntag zu dem Fall keine Einzelheiten mitteilen. Er sagte lediglich, eine "Untersuchung" sei im Gange, die Staatsanwaltschaft werte die "eingegangenen Informationen aus".

Autor: Jerusalem (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Penker Ascha

Wie geht's weiter in der Kult-Disco?

Hat das Penker noch Zukunft?

Nach dem tragischen Tod von Chefin Sabine Penker ist die Kult-Disco geschlossen. Doch hinter den Kulissen wird an der Rettung der Diskothek gearbeitet. mehr ...

Feuer im Autohaus

Löscheinsatz in der Ottostraße

Feueralarm im Autohaus

Am Mittwochnachmittag kam es in einem Autohaus in der Landshuter Ottostraße aus bislang unbekannter Ursache zum Brand einer elektronischen Heizungssteuerung. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Blaulicht

Friseursalons und Kindergärten betroffen

Vier Einbrüche im Straubinger Stadtgebiet – Polizei bittet um Zeugenhinweise

In den letzten Tagen kam es in Straubing gleich zu vier Einbrüchen – von den Tätern fehlt jede Spur. mehr ...

Eilmeldung

Unfall auf der A3 – Lkw-Fahrer eingeklemmt – hochexplosives Ethanol musste gesichert werden

Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldet einen schweren Unfall auf der Autobahn A3 bei Regensburg. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Schulkinder

Polizei klärt Eltern über Ferienzeit auf

Vergessen, dass Ferien sind: 6-Jähriger steht am Dienstag vor verschlossenen Schultüren

Es gibt Einsätze, über die können auch gestandene Polizeibeamte nur noch schmunzeln. Am Dienstag gab es wieder so einen, als ein 6-jähriger Landshuter Bub um 8 Uhr vor verschlossenen Schultüren stand und die Welt nicht mehr verstand. mehr ...

The Forecaster

The Forecaster

Anfang der 1980er Jahre entwickelte der Unternehmer Martin Armstrong ein Computermodell. Aufgrund unzähliger gesammelter Daten und Tabellen konnte dieses Modell Wirtschaftskrisen vorhersagen. Und dies erschreckend präzise. Analysten und Finanzexperten waren irritiert, Politiker dagegen verstört. Armstrong erklärte es durch reine Zahlenanalyse. Doch der US-Geheimdienst sah darin mehr - und Armstrong wurde zu 12 Jahren Beugehaft verurteilt. mehr ...