29.10.2012

Washington (AFP)

Obama mahnt US-Bevölkerung wegen "Sandy" zur Vorsicht

Ausnahmezustand an der US-Ostküste: Millionen Menschen warten voller Sorge auf Hurrikan "Sandy", der in der Nacht mit heftigen Regenfällen und meterhohen Flutwellen über die dicht besiedelte Region hereinbrechen soll.
Foto: © 2012 AFP Hurrikan "Sandy" bedroht die US-Ostküste
Präsident Barack Obama hat die US-Bevölkerung angesichts des aufkommenden Hurrikans "Sandy" dringend gemahnt, den Anordnungen der Behörden zu folgen. Der Gouverneur von Maryland warnte die Menschen in seinem Bundesstaat, dass es Tote geben werde.

Präsident Barack Obama hat die US-Bevölkerung angesichts des aufkommenden Hurrikans "Sandy" dringend gemahnt, den Anordnungen der Behörden zu folgen. "Bitte hören Sie auf das, was Ihnen die Behördenvertreter sagen", sagte Obama in einer TV-Ansprache, nachdem er vorzeitig nach Washington zurückgekehrt war. Der Monstersturm soll in der Nacht (Ortszeit) auf die US-Ostküste treffen. Der Gouverneur von Maryland warnte die Menschen in seinem Bundesstaat, dass es Tote geben werde.

Wenn es Anweisungen zur Evakuierung gebe, müssten diese befolgt werden, sagte Obama. "Denken Sie nicht darüber nach. Diskutieren Sie nicht." Der Hurrikan sei ein "gravierender" Sturm, der tödliche Folgen haben werde, wenn die Betroffenen nicht schnell genug in Sicherheit gebracht würden.

"Sandy" werde 24 bis 36 Stunden über Maryland hängen, sagte der Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley. "Die nächsten Tage werden schwer werden. Es wird Leute geben, die durch diesen Sturm getötet werden."

Die Bundesbehörden in Washington würden am Dienstag wegen des Unwetters den zweiten Tag in Folge geschlossen bleiben, teilte die Personalverwaltung der US-Regierung mit. Das auf Risikobewertungen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte, dass 60 Millionen Menschen in den USA von dem Sturm betroffen sein könnten. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums waren am Montag 1900 Soldaten der Nationalgarde wegen "Sandy" im Einsatz. Weitere 60.000 Mann seien in Bereitschaft versetzt worden, um im Katastrophenfall zu helfen. Auch 140 Hubschrauber stünden für Rettungsbemühungen zur Verfügung.

Mehr als 1100 Kilometer lang ist der Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina, der die Auswirkungen von "Sandy" zu spüren bekommen könnte. Hunderttausende Menschen wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Neben Starkregen und Überschwemmungen warnten Meteorologen in höheren Lagen auch vor massiven Schneefällen. Die heftigen Winde könnten vor allem in ländlichen Gebieten die oberirdischen Stromleitungen zum Einsturz bringen und zu tagelangem Elektrizitätsausfall führen.

Das US-Energieministerium teilte mit, dass wegen erster Ausläufer von "Sandy" bereits mehr als 316.000 Haushalte ohne Strom seien. Ein Drittel der betroffenen Haushalte befinde sich in New York, weitere 25 Prozent in New Jersey. Energieversorger hatten mehr als 10.000 Arbeiter im Einsatz, um umgestürzte Bäume von Stromleitungen zu entfernen.

"Das Schlimmste kommt noch", warnte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo die Menschen in seinem Bundesstaat. Sein Kollege aus New Jersey, Chris Christie, bereitete die Bürger auf Stromausfälle vor. "Einige Leute werden hier für lange Zeit ohne Elektrizität sein", sagte er dem Nachrichtensender CNN. "Wir sind erst am Anfang des Sturms." Der Küstenstaat Delaware, der mitten in der vorhergesagten Schneise von "Sandy" liegt, erließ für alle Straßen ein vollständiges Fahrverbot. Ausnahmen gelten nur für Rettungsfahrzeuge.

Präsident Obama sagte wegen des Hurrikans einen Wahlkampftermin in Ohio ab und flog nach Washington, um aus dem Lagezentrum unter dem Weißen Haus das Krisenmanagement zu beaufsichtigen. Wichtig sei nun die Sicherheit der Menschen, nicht wichtig seien die möglichen Folgen des Unwetters für die anstehende Wahl, betonte er.

Obamas Herausforderer Mitt Romney sagte ebenfalls einen Auftritt in Wisconsin am Montag sowie weitere Termine am Dienstag ab. Es sei nun Zeit, "für die Nation und ihre Anführer, zusammen zu rücken" und sich um diejenigen zu kümmern, die in Gefahr seien, erklärte sein Wahlkampfteam.

Autor: Washington (AFP)

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