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04.06.2012

Lagos (AFP)

Nigeria: Flugzeug meldete vor Absturz Triebwerksausfall

Vor dem Flugzeugabsturz in Nigeria mit mehr als 150 Toten hat die Cockpitbesatzung einen Notruf abgesetzt und den Ausfall beider Triebwerke gemeldet. Unter den Opfern des Unglücks ist offenbar auch ein deutscher Entwicklungshelfer.
Foto: © 2012 AFP Rettungskräfte bergen Opfer in Lagos
Vor dem Flugzeugabsturz in Nigeria mit mehr als 150 Toten hat die Cockpitbesatzung einen Notruf abgesetzt und den Ausfall beider Triebwerke gemeldet. Unter den Opfern des Unglücks ist offenbar auch ein deutscher Entwicklungshelfer.

Vor dem Flugzeugabsturz in Nigeria mit mehr als 150 Toten hat die Cockpitbesatzung einen Notruf abgesetzt und den Ausfall beider Triebwerke gemeldet. Der Chef der zivilen Luftfahrt des westafrikanischen Landes, Harold Demuren, sagte, der Grund für den Ausfall der Triebwerke stehe noch nicht fest. Unter den Opfern des Unglücks in Nigerias größter Stadt Lagos ist offenbar auch ein deutscher Entwicklungshelfer.

Helfer bargen an der Absturzstelle in einer dicht besiedelten Wohngegend nahe dem Flughafen dutzende Leichen aus den Trümmern. Die Polizei setzte Tränengas gegen drängelnde Schaulustige ein, die versuchten, einen Blick auf das Wrack zu erhaschen.

Verzweifelte Familienangehörige versuchen vergeblich, zur Unglücksstelle zu gelangen, über der noch immer Rauch aufstieg. "Ich will nur wissen, wie mein Bruder gestorben ist", sagte ein Mann. Nach Angaben der Rettungskräfte waren die Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Vor der Leichenhalle eines Krankenhauses versammelten sich Menschen, die ihre Angehörigen identifizieren wollten. Ein Aufseher sagte, seit Sonntag seien mehr als 100 Leichen eingeliefert worden.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan versprach bei einem Besuch an der Absturzstelle, entschieden für mehr Sicherheit im Flugverkehr vorzugehen. Er werde dafür sorgen, "dass sich so etwas in diesem Land nicht wiederholt", sagte Jonathan. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Jonathan und seinen Landsleuten in einem Kondolenzschreiben ihr Mitgefühl aus und bat den Präsidenten, den Angehörigen der Opfer ihr Beileid zu übermitteln.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, "wahrscheinlich" sei auch ein deutscher Staatsangehöriger an Bord der Maschine gewesen. Eine endgültige Bestätigung stehe jedoch noch aus. Laut "Spiegel Online" handelte es sich um einen Mitarbeiter der deutschen Entwicklungshilfeorganisation GIZ.

Die Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft Dana war am Sonntag in Abuja gestartet und beim Landeanflug auf Lagos abgestürzt. Alle 153 Menschen an Bord und eine unbestimmte Zahl von Menschen am Boden kamen ums Leben. Bei dem folgenschwersten Flugzeugunglück in diesem Jahr wurde ein zweistöckiges Wohnhaus schwer beschädigt, eine Kirche und eine Lagerhalle wurden zerstört.

Autor: Lagos (AFP)