18.01.2015

Niamey (AFP)

Niger: Zehn Tote bei Gewalt gegen Christen und Ausländer

"Die, die Gotteshäuser plündern, die sie entweihen, die ihre christlichen Landsleute oder Ausländer, die in unserem Land leben, verfolgen und töten, haben nichts vom Islam verstanden", urteilte das nigrische Staatsoberhaupt Issoufou.
Foto: © 2015 AFP NIGER-FRANCE-ATTACKS-CHARLIE-HEBDO-DEMO
Bei den gewaltsamen Protesten in Niger gegen die Mohammed-Karikatur in der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" sind nach neuen Angaben zehn Menschen getötet worden.

Bei den gewaltsamen Protesten in Niger gegen die Mohammed-Karikatur in der französischen Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" sind nach neuen Angaben zehn Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Niamey starben fünf Zivilisten, wie der nigrische Präsident Mahamadou Issoufou in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung sagte. Vier von ihnen seien in Kirchen oder Bars getötet worden. Bereits am Vortag seien in Zinder, der zweitgrößten Stadt des westafrikanischen Landes, fünf Menschen getötet worden, fügte der Staatschef hinzu.

Zunächst war von vier Todesopfern und 45 Verletzten in Zinder die Rede gewesen. Am Samstagmorgen sei aber zudem in einer Kirche eine verkohlte Leiche entdeckt worden, sagte Issoufou. "Die, die Gotteshäuser plündern, die sie entweihen, die ihre christlichen Landsleute oder Ausländer, die in unserem Land leben, verfolgen und töten, haben nichts vom Islam verstanden", urteilte das Staatsoberhaupt.

In Niamey kehrte am Samstagabend Augenzeugen zufolge wieder Ruhe ein. Hier waren am Tag etwa ein Dutzend Kirchen sowie zahlreiche Geschäfte und Lokale von Christen zerstört worden. In Zinder standen rund 300 Christen unter dem Schutz von Polizei und Armee. 225 von ihnen hielten sich in einer Kaserne auf, wie aus westlichen Sicherheitskreisen verlautete. Etwa 70 Christen seien in einer Kirche und würden dort von Gendarmen und Polizisten beschützt, wie zwei der Betroffenen der Nachrichtenagentur AFP sagten.

Am Samstagabend riefen etwa 20 muslimische Rechtsgelehrte zur Ruhe auf. "Vergesst nicht, dass der Islam gegen Gewalt ist", sagten sie vor Fernsehkameras.

Die französische Botschaft hatte die Franzosen zu äußerster Vorsicht aufgerufen und davon abgeraten, das Haus zu verlassen. Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte, sein Land "verurteilt Gewaltanwendung". Zugleich sprach er den nigrischen Behörden seine "Solidarität" aus. Frankreichs Staatschef François Hollande hatte zuvor gesagt, die Meinungsfreiheit gehöre zu den wichtigsten Werten seines Landes.

Autor: Niamey (AFP)

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