Wochenblatt
05.07.2012

Athen (AFP)

Neue griechische Regierung spricht erstmals mit Troika

Die neue griechische Regierung hat erstmals mit der Troika der Gläubiger über das Sparprogramm beraten. Zu Nachverhandlungen der Sparbedingungen sei es aber noch nicht gekommen, hieß es in Athen. Auf dem Bild sind IWF-Beauftragter Poul Thomsen (r.), EZB-Vertreter Klaus Masuch (M.) Matthias Mors von der EU in Athen zu sehen.
Foto: © 2012 AFP Troika in Athen
Die neue griechische Regierung hat erstmals mit der Troika der Gläubiger über das Sparprogramm beraten. Zu Nachverhandlungen der Sparbedingungen sei es aber noch nicht gekommen, hieß es in Athen.

Vor dem Hintergrund schlechter Wirtschaftsprognosen hat die neue griechische Regierung erstmals mit den internationalen Gläubigern über die Umsetzung des Sparprogramms beraten. Zu Beginn des Treffens mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sagte Finanzminister Giannis Stournaras, das Programm sei "teilweise entgleist". Sein Land stehe vor "schwierigen Jahren".

Der konservative Ministerpräsident Antonis Samaras, der nach einer Augenoperation seine Amtsgeschäfte heute wieder aufnahm, kündigte vor dem Treffen die Umsetzung der bislang verzögerten Maßnahmen an. Seine Regierung sei "entschlossen, die Reform des Steuerwesens effizienter voranzubringen und die Strukturreformen zu beschleunigen", sagte er.

Wie aus dem griechischen Finanzministerium verlautete, handelte es sich bei dem Treffen um Sondierungsgespräche, die "Verhandlung findet später statt". Die Regierung verwies dabei auf die schlechte Wirtschaftslage Griechenlands und drang darauf, dass Lohn- und Rentenkürzungen geringer ausfallen als geplant.

Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte dem Radiosender Real FM: "Wir haben entschieden, weitere Härten unbedingt zu vermeiden, weil die Griechen nicht noch mehr ertragen können." Wenn den Gesprächspartnern die schwierige Wirtschaftslage verdeutlicht werde, würden sie "verstehen, dass es keinen Sinn ergibt, bestimmte Maßnahmen weiter zu verfolgen".

Nach den bisher geltenden Vereinbarungen soll die griechische Regierung weitere Haushaltskürzungen von 11,5 Milliarden Euro beschließen und innerhalb dieses Jahres 15.000 Stellen von Staatsbediensteten streichen. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte Neuverhandlungen schon am Dienstag abgelehnt.

Die griechische Wirtschaft befindet sich das fünfte Jahr in Folge in der Rezession. Die Regierung befürchtet, dass die Wirtschaft 2012 um sechs bis sieben Prozent anstatt der zuvor erwarteten 4,5 Prozent schrumpfen könnte. Zudem dürften die Privatisierungen geringere Erlöse bringen als erhofft. Athen geht mittlerweile nur noch von 15 Milliarden Euro aus statt von 50 Milliarden. Samaras hatte versprochen, die Privatisierungen deutlich vorantreiben zu wollen.

Die Griechen sind bis zum 20. August laut einem Bericht der Tageszeitung "Ethnos" auf die Auszahlung einer weiteren Tranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro aus dem internationalen Hilfspaket angewiesen.

"Das Programm ist in bestimmten Bereichen entgleist", sagte Finanzminister Stournaras, der heute vereidigt wurde. "Schwierige Jahre liegen vor uns", sagte Stournaras. "Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, aber wir brauchen Geduld." Der Finanzminister sagte, die Troika habe ihn vor einem schwierigen Treffen mit den Euro-Finanzministern am kommenden Montag gewarnt.

Autor: Athen (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Notarzt Rettungsdienst

Naturschutzkontrolle

Polizei rettet 32-Jährigen – er saß in einem Zelt und wartete auf den Erfrierungstod

Am Freitag, 5. Februar, entdeckten zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Regenstauf ein im Landschaftsschutzgebiet der Regenauen aufgestelltes Zelt. Das Zelten und Campieren ist hier nach dem Naturschutzgesetz verboten, weshalb es zur Kontrolle kam. Diese Wahrnehmung am Nachmittag sollte sich später als lebenswichtig herausstellen. mehr ...

Tödlicher Crash: VW Bus nutzt Erdhügel als Sprungschanze und knallt gegen Baum - Unfall wird zufällig vom Winterdienst entdeckt - Fahrer bereitst tot

Eilmeldung

Tödlicher Unfall auf der B15 bei Burglengenfeld – 42-Jähriger stirbt im Wrack seines Autos

Das Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg meldet am Freitag, 5. Februar, einen tödlichen Unfall auf der Bundesstraße B15 bei Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf. mehr ...

mehr Bilder ansehen

Hier gibt's die Fotos

Weiberfasching im Onyx in Straubing

Der Weiberfasching ist ein Fixtermin im Onyx in Straubing. Auch heuer ging ordentlich die Post ab! mehr ...

mehr Bilder ansehen
Polizeiauto, Polizei, Streifenwagen

Am Freitagabend

Betatscht an Busen und Po: Mädchen (16) in der Straubinger Innenstadt sexuell belästigt

Sex-Attacke am Freitagabend in der Straubinger Innenstadt! mehr ...

WhatsApp

Das ging wohl in die Hose:

„Schlechter Scherz“ per WhatsApp führt zu Ermittlungen

Ein Foto eines angeblichen Joints führt zu Ermittlungen der Polizei Hauzenberg. mehr ...

Match Me!

Match Me!

Wie findet man heutzutage den richtigen Partner? Das Netz bietet mittlerweile unzählige Möglichkeiten. Lia Jaspers hat drei Menschen begleitet, die ihrer Suche nach der großen Liebe durch Matchmaker auf die Sprünge geholfen haben. Das erste Date ist entscheidend. Wenn es da gefunkt hat, kann man weiter gehen und den Alltagstest machen. Doch wie soll eine gemeinsame Zukunft aussehen? Was nach dem Kennenlernen folgt, ist ungewiss. mehr ...