18.06.2017 Graz

Verwechslung

Nach der Geburt Babys vertauscht

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Kein Einzelfall: Doris Grünwald (26) wuchs bei falschen Eltern auf. Wie sie kürzlich erst erfuhr, wurde sie nach ihrer Geburt versehentlich vertauscht.

Es ist ein zwiespältiges Schicksal, das die 26-jährige Doris Grünwald ereilte: Sie wurde nach ihrer Geburt versehentlich mit einem anderen Baby vertauscht und wuchs fortan bei fremden Eltern auf, die von der Verwechslung bis vor kurzem ebenso nichts gewusst haben.

Das Geheimnis kam vor kurzem ans Licht, als Doris zum Blutspenden ging. In ihrem Blutspendeausweis war die Blutgruppe 0 positiv vermerkt. Aus dem Mutter-Kind-Pass ging jedoch die Blutgruppe A negativ hervor. Da ein Fehler ausgeschlossen wurde, sollte ein DNA-Test Gewissheit bringen. Und es kam das heraus, was die gesamte Familie schockierte: Doris ist nicht das leibliche Kind des Ehepaares Grünwald.

Die Familie ist sich sicher, dass die Verwechslung in der Grazer Klinik passierte, in der Evelin Grünwald am 31. Oktober 1990 ihr Mädchen zur Welt brachte. Aufgrund von Komplikationen musste das Baby damals per Kaiserschnitt geholt werden. Erst 20 Stunden nach der Entbindung brachte eine Schwester ihr das Kind. In diesem Zeitraum muss das folgenschwere Missverständnis geschehen sein, glaubt Grünwald.

Ein Gericht verurteilte das Landeskrankenhaus vor wenigen Tagen zu 90.000 Euro Schmerzensgeld. Wer die leibliche Tochter ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Laut der Berliner Morgenpost kommen 200 Frauen infrage. Einige hätten sich sogar freiwillig für einen DNA-Test gemeldet. Bisher brachte dies jedoch keine neuen Erkenntnisse. Auch über Facebook sucht Doris mit viel Engagement nach ihrem Gegenpart. Die Beziehung zu ihren Eltern, die sie die ganzen Jahre aufwachsen sahen, hätte sich nicht geändert, bestätigte die junge Frau.

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