Durban/München (AFP)
München scheitert mit Bewerbung um Olympia 2018

Jubelstürme in Südkorea, Enttäuschung in München: Pyeongchang wird die Olympischen Winterspiele im Jahr 2018 ausrichten. München und die französische Bewerberstadt Annecy unterlagen bei der Abstimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im südafrikanischen Durban bereits im ersten Wahlgang.
Von den 95 abgegebenen Stimmen erhielt Pyeongchang 63, München bekam 25 und nur sieben gingen an Annecy. Für einen Sieg im ersten Durchgang waren 48 Stimmen notwendig. Zuletzt waren 1995 die Winterspiele für Salt Lake City 2002 bereits im ersten Wahlgang vergeben worden.
Bundespräsident Christian Wulff, der in Durban zusammen mit der früheren Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt und Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer für die bayerische Landeshauptstadt geworben hatte, gratulierte Pyeongchang. "Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde", erklärte er nach der IOC-Entscheidung. München und Deutschland hätten sich im Wettbewerb aber als "sympathisch, offen und sportbegeistert" dargestellt.
Hätte München den Zuschlag des IOC erhalten, wären auch Garmisch-Partenkirchen und der Königssee Austragungsorte für einige Wettbewerbe geworden. Allerdings war die Bewerbung in Deutschland nicht unumstritten. Gegner warnten vor Umweltschäden und finanziellen Risiken, Garmischer Bauern weigerten sich, ihre Felder für die Ski-Wettbewerbe zur Verfügung zu stellen.
Die Menschen in Pyeongchang brachen in Jubelstürme aus. Der Wintersportort, der rund 180 Kilometer östlich der Hauptstadt Seoul auf 700 Metern Höhe im Taebaek-Gebirge liegt, hatte sich zuvor zweimal in Folge vergeblich um die Winterspiele 2010 und 2014 beworben und war dabei am kanadischen Vancouver und am russischen Sotschi gescheitert. Es sind die ersten in Asien ausgerichteten Winterspiele, die außerhalb Japans stattfinden; zuletzt fand in Asien Winter-Olympia 1998 in Nagano statt.
Im Milliardenpoker um Olympische Spiele fiel Deutschland damit schon zum vierten Mal seit den Sommerspielen 1972 durch. Der damalige Gastgeber München wurde um die historische Chance gebracht, als erste Stadt nach den Sommerspielen auch Winterspiele auszurichten.
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier zeigte sich nach der deutschen Niederlage enttäuscht. "Die Olympischen Spiele 2018 hätten unserem Land gut getan", erklärte er. Grünen-Chefin Claudia Roth, die sich für die Münchner Olympia-Bewerbung stark gemacht hatte, gratulierte Pyeongchang. Sie appellierte jedoch an die Organisatoren in Südkorea, "in Sachen Unweltverträglichkeit und Finanzierung Nachhaltigkeitsprinzipien" einzuhalten.
Der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Klaus Riegert (CDU), forderte, eine zweite Bewerbung für 2022 "ernsthaft" zu erwägen. Die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß, erklärte, die Begeisterung der Menschen vor Ort sei "ein Grund mehr, sich das nächste Mal wieder zu bewerben".
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