22.02.2012
Artikel versenden Artikel drucken Kommentare ansehen(0)

Brüssel (AFP)

Mission Atalanta soll Piraten auch an Land bekämpfen

Die EU ist sich offenbar einig, somalische Piraten nicht mehr nur auf dem Meer, sondern auch an der Küste des Landes zu bekämpfen. Möglich wäre etwa die Bombardierung von Booten. Der Bundestag müsste der Änderung noch zustimmen.
Foto: © 2012 AFP
Die EU ist sich offenbar einig, somalische Piraten nicht mehr nur auf dem Meer, sondern auch an der Küste des Landes zu bekämpfen. Möglich wäre etwa die Bombardierung von Treibstofflagern. Der Bundestag müsste der Änderung noch zustimmen.

Die EU-Länder wollen somalische Piraten nicht mehr nur auf dem Meer, sondern auch an der Küste des ostafrikanischen Landes bekämpfen. "Es gibt in diesem Punkt eine Konvergenz der Meinungen unter den EU-Staaten", sagte ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur AFP. Die Regierung in Mogadischu versicherte vor der Somalia-Konferenz in London derweil, sie erziele Fortschritte im Kampf gegen die Shebab-Milizen.

"Ich gehe davon aus, dass wir eine Ausweitung des Einsatzgebiets der EU-Anti-Piraten-Mission Atalanta auf den Strand haben werden", fügte der Diplomat hinzu. Dabei geht es demnach jedoch nicht um Bodentruppen, sondern um die Bombardierung etwa von Booten oder Treibstofflagern der Piraten an der Küste. Es werde jedoch noch weiter über die genaue Formulierung des Beschlusses diskutiert, hieß es.

Die Ausweitung des Einsatzgebietes auf die Küste wird deswegen noch nicht bei einem EU-Außenministertreffen am Montag in Brüssel beschlossen. Die Außenminister wollen aber den Einsatz um zwei Jahre bis Ende 2014 verlängern. Die Mission soll humanitäre Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms und zivile Handelsschiffe schützen. Deutschland beteiligt sich seit Dezember 2008 und ist derzeit mit einer Fregatte sowie rund 270 Soldaten im Einsatz.

Hintergrund der Diskussion um eine Ausweitung des Einsatzgebiets ist die weiterhin hohe Zahl von Piratenangriffen vor der somalischen Küste, im Indischen Ozean und dem Arabischen Meer. Das Seegebiet gilt als das gefährlichste der Welt, allein im vergangenen Jahr gab es dort rund 230 Piratenangriffe. Am Mittwoch kamen laut Bundeswehr die Bordhubschrauber des deutschen Einsatzgruppenversorgers "Berlin" einem Handelsschiff zur Hilfe; dabei wurden acht Verdächtige festgesetzt.

Im ostafrikanischen Somalia gibt es seit rund 20 Jahren keinen funktionierenden Staat mehr. Auch mehrere ausländische Militärinterventionen brachten keinen Frieden. Die radikalislamischen Shebab-Rebellen kontrollieren Teile des Zentrums und des Südens des Landes.

Der britische "Guardian" berichtet, Großbritannien und andere EU-Staaten würden Luftangriffe auf Trainingslager der Shebab-Miliz erwägen. Die Regierung in Mogadischu versicherte vor der internationalen Somalia-Konferenz am Donnerstag in London derweil, sie erziele Fortschritte gegen die Shebab-Miliz. Zugleich begrüßte er aber auch die Überlegungen zu Luftangriffen auf die Rebellen.



Autor: Brüssel (AFP)
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist zweihundert plus zwei: 


pfeil