Wochenblatt
17.04.2012

Hamburg (AFP)

Künast attackiert Schröder im Streit um Frauenquote

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast will Politiker aller Fraktionen für die Einführung einer festen Frauenquote in Unternehmen mobilisieren. Sie werde im Bundestag einen fraktionsübergreifenden Antrag vorlegen, um die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU, Archivbild) abgelehnte Quote durchzusetzen, sagte Künast dem "Hamburger Abendblatt". Schröder verteidigte derweil ihr Modell einer freiwilligen Quote.
Foto: © 2012 AFP Schröder
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Einführung einer festen Frauenquote angekündigt. Laut Künast ist Familienministerin Schröder mit ihrer Ablehnung der Quote "in einer Außenseiterposition".

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast will Politiker aller Fraktionen für die Einführung einer festen Frauenquote in Unternehmen mobilisieren. Sie werde im Bundestag einen fraktionsübergreifenden Antrag vorlegen, um die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) abgelehnte Quote durchzusetzen, sagte Künast dem "Hamburger Abendblatt". Schröder verteidigte derweil ihr Modell einer freiwilligen Quote.

Künast will mit ihrem Vorstoß nach eigenen Angaben zeigen, dass Ministerin Schröder mit ihrem Nein zur festen Quote "in einer Außenseiterposition" sei. "Die Geduld der Frauen im Bundestag ist langsam am Ende - ein fraktionsübergreifender Antrag zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote wird kommen", sagte Künast.

Schröder hatte zuletzt ihren Verbleib im Amt daran gekoppelt, dass keine starre Quote für Deutschland eingeführt wird. Künast legte Schröder nun nahe, ihr Amt aufzugeben. "Ich nehme gern die feste Frauenquote und verzichte dafür auf Frau Schröder", sagte Künast. Wenn die Ministerin ihren Aufgaben nicht nachkommen wolle, müsse sie beiseitetreten und anderen die Möglichkeit dazu geben.

In der Regierungskoalition ist die Frauenquote umstritten. Auch in der Union gibt es Befürworter einer festen Quote, so etwa Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Schröder setzt hingegen auf die "Flexiquote". Damit legen Unternehmen ihre eigene Quote fest - und müssen diese dann erfüllen.

Schröder verwies im "Morgenmagazin" des ZDF auf die von ihr mit den Dax-30-Unternehmen ausgehandelte freiwilligen Quote für Frauen in Führungspositionen. "Die Unternehmen stehen unter öffentlichem Druck", sagte Schröder. Sie könnten sich der Forderung nach mehr Frauen in Spitzenpositionen auch ohne gesetzliche Quote "nicht mehr entziehen".

Rückendeckung bekam Schröder vom Koalitionspartner FDP, deren Parteiführung gegen eine starre Frauenquote ist. Die FDP setze wie die Ministerin "auf eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft", erklärte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Nicole Bracht-Bendt.

Autor: Hamburg (AFP)

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