Wochenblatt
23.04.2013

Ottawa (AFP)

Kanada: Terrorverdächtige erscheinen vor Richter

In Kanada sind zwei Männer einem Richter vorgeführt worden, die angeblich mit Unterstützung von Al-Kaida einen Anschlag auf einen Zug planten. Offenbar hatten sie die viel genutzte Zugverbindung zwischen Toronto und New York im Visier.
Foto: © 2013 AFP Terrorverdächtige erscheinen vor Richter
In Kanada sind zwei Männer einem Richter vorgeführt worden, die angeblich mit Unterstützung von Al-Kaida einen Anschlag auf einen Zug planten. Offenbar hatten sie die viel genutzte Zugverbindung zwischen Toronto und New York im Visier.

In Kanada sind zwei am Montag festgenommene Terrorverdächtige einem Richter vorgeführt worden. Die beiden Männer, die wegen des Verdachts der Planung eines Anschlags auf eine Bahnstrecke verhaftet worden waren, erschienen in Toronto erstmals vor Gericht, doch wurde über den Inhalt der Anhörung nichts bekannt gegeben. Laut Ermittlern wollten die Männer mit Unterstützung von Mitgliedern des Terrornetzwerks Al-Kaida im Iran einen Zug im Großraum Toronto zum Entgleisen bringen.

Der 30-jährige Chiheb E., wohnhaft in Montreal, und der 35-jährige, in Toronto lebende Raed J. waren am Montag festgenommen worden. Sie hätten Züge und Zugstrecken nahe der Grenze zu den USA ausgekundschaftet, teilten die Ermittler mit. Ein Anschlag habe aber nicht unmittelbar bevor gestanden. Sein Mandant sei "geschockt und voll Unglaube" über die Vorwürfe, sagte Js Anwalt John Norris Reportern. Es sei verwunderlich, dass die Behörden just nach den Anschlägen von Boston zugegriffen hätten.

Den beiden Männern wird unter anderem Verschwörung zu einem Anschlag und Verschwörung mit einer terroristischen Gruppe zur Ermordung von Menschen zur Last gelegt. Sie hätten "Unterstützung von im Iran ansässigen Al-Kaida-Elementen" erhalten, sagte James Malizia von der kanadischen Polizei. Es gebe aber "keine Hinweise, dass diese Angriffe staatlich gefördert wurden". Irans Außenminister Ali Akbar Salehi bezeichnete die Angaben laut der Nachrichtenagentur Isna als "lächerlich".

Die kanadische Tageszeitung "National Post" berichtete, E. sei in Tunesien geboren worden. J. sei gebürtiger Palästinenser mit einem Pass der Vereinigten Arabischen Emirate und einem dauerhaften Aufenthaltsstatus in Kanada. Ein islamischer Geistlicher in Toronto habe die Behörden auf einen der Verdächtigen aufmerksam gemacht, da dieser extremistische Propaganda verbreitet habe, berichtete die Zeitung "Globe and Mail" unter Berufung auf den Anwalt des Imams.

Autor: Ottawa (AFP)

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