Wochenblatt
12.03.2013

Straßburg (AFP)

Israel fordert Militär-Intervention der Araber in Syrien

Israels Präsident Schimon Peres wünscht sich eine Militärintervention der Arabischen Liga in Syrien. Das Archivfoto zeigt Zerstörungen in der syrischen Stadt homs.
Foto: © 2013 AFP Zerstörter Straßenzug in Homs
Angesichts des blutigen Bürgerkriegs in Syrien fordert der israelische Präsident Schimon Peres eine Intervention der Arabischen Liga in dem Land. Eine westliche Intervention in Syrien hält Peres dagegen nicht für sinnvoll.

Angesichts des Bürgerkriegs in Syrien hat der israelische Präsident Schimon Peres eine Intervention der Arabischen Liga in dem Land gefordert. Die Vereinten Nationen sollten die Liga dabei unterstützen, eine arabische Blauhelm-Truppe aufzustellen, sagte Peres vor dem Europaparlament in Straßburg. Das UN-Kinderhilfwerk UNICEF warnte derweil vor einer an den Bürgerkrieg "verlorenen Generation".

Die Arabische Liga "kann und sollte eine provisorische Regierung in Syrien bilden und dem Massaker ein Ende bereiten", sagte Peres. Sie müsse verhindern, dass Syrien auseinanderbreche. Die freie Welt dürfe nicht dabei zusehen, wie der syrische Präsident Baschar al-Assad Massaker gegen sein eigenes Volk verübe. "Dies bricht unser aller Herzen."

Eine westliche Intervention in Syrien wäre hingegen "nicht gut", sagte Peres anschließend vor Journalisten. Dies könne von den Syriern als "ausländische Einmischung" empfunden werden. Nötig sei eine "arabische Kraft", die von der UNO unterstützt werde. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Montagabend im ZDF-"heute journal" eine ausländische Militärintervention als "nicht vernünftig" bezeichnet. Die Gefahr eines Flächenbrands in der Region sei real, sagte er.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 wurden in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen 70.000 Menschen getötet. Im vergangenen Jahr hatte unter anderem das Golfemirat Katar, das der Arabischen Liga angehört, eine militärische Intervention in Syrien gefordert. Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und traditioneller Verbündeter Syriens spricht sich dagegen strikt gegen ein militärisches Eingreifen in dem Konflikt aus.

UNICEF-Sprecher Patrick McCormick sagte, "das Risiko einer verlorenen Generation wächst jede Stunde, jeden Tag und jeden Monat". "Wir riskieren, dass eine Generation von Kindern entsteht, die nur Kämpfe sehen und kennen, und die diesen Kreislauf der Gewalt ewig fortsetzen könnte." Fast die Hälfte der innerhalb Syriens vertriebenen Flüchtlinge seien unter 18 Jahre, erklärte UNICEF.

Der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, warnte unterdessen in seinem jährlichen Bericht an den Kongress vor dem möglichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg. Die Streitkräfte Assads verfügten über ein "hoch aktives" chemisches Waffenprogrammm mit Senfgas, Saringas und dem tödlichen Nervengas VX. Im Kampf um den Machterhalt könnte Assad demnach die Chemiewaffen gegen die Rebellen einsetzen und damit "Massenverluste" in der syrischen Bevölkerung verursachen. Zugleich bestehe die Gefahr, dass die Waffen in die Hände radikaler Rebellengruppen fallen könnten.

Autor: Straßburg (AFP)

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