Wochenblatt
26.05.2012

London (AFP)

IWF-Chefin fordert Griechen zu Zahlung ihrer Steuern auf

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Bürger im hochverschuldeten Griechenland aufgefordert, ihre Steuern zu zahlen. Sie appellierte vor diesem Hintergrund vor allem an Eltern, die Verantwortung für die kommende Generation übernehmen müssten.
Foto: © 2012 AFP IWF-Chefin Lagarde
IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Bürger im hochverschuldeten Griechenland aufgefordert, ihre Steuern zu zahlen. Sie appellierte vor diesem Hintergrund vor allem an Eltern, die Verantwortung für die kommende Generation übernehmen müssten.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Bürger im hochverschuldeten Griechenland aufgefordert, ihre Steuern zu zahlen. Die Griechen müssten sich derzeit "gegenseitig helfen" und "alle ihre Steuern zahlen", sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) der britischen Zeitung "The Guardian". Sie appellierte vor diesem Hintergrund vor allem an Eltern, die Verantwortung für die kommende Generation übernehmen müssten.

Bei dem Thema Athen denke sie immer auch an "all die Griechen", die versuchten, Steuerflucht zu begehen, sagte Lagarde. Die griechische Wirtschaft befindet sich nunmehr das fünfte Jahr in Folge in der Rezession. Im Gegenzug für Milliardenkredite der EU und des IWF hat die Regierung bereits ein drastisches Sparprogramm aufgelegt.

Wenige Wochen vor der neuerlichen Parlamentswahl in Griechenland warnte derweil der Vorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND) vor einer Aufkündigung des von internationalen Geldgebern geforderten Sparprogramms. Dies würde zum Ausstieg aus dem Euro führen, was für Griechenland "das Ende, eine absolute Katastrophe" bedeuten würde, sagte ND-Chef Antonis Samaras beim Wahlkampfauftakt in Athen.

Durch die Rückkehr zur Drachme würde Griechenland in einen "unkontrollierbaren Bankrott" versinken und international jahrelang isoliert bleiben, warnte Samaras. "Es wird keine Nahrung, keine Medikamente und keinen Treibstoff geben. Griechenland wird in totaler Ohnmacht verharren", sagte der ND-Chef. Damit attackierte Samaras das Linksbündnis Syriza, das die von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Union und Europäischer Zentralbank (EZB) verordnete drakonische Sparpolitik strikt ablehnt.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage käme Syriza bei der Parlamentswahl am 17. Juni auf 30 Prozent der Stimmen, gefolgt von der konservativen Nea Dimokratia mit 26 Prozent.

Autor: London (AFP)

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