Wochenblatt
05.07.2012

Berlin (AFP)

Gesamtmetall-Chef: Krise kommt bald in Deutschland an

Die Wirtschaftskrise wird nach Ansicht von Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser bald auch Deutschland erreichen. Ein Land wie Deutschland, das stark in die europäische Wirtschaft eingebunden sei, könne sich nicht auf Dauer von der Krise isolieren. (Archivbild)
Foto: © 2012 AFP Stahlarbeiter
Die Wirtschaftskrise wird nach Ansicht von Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser bald auch Deutschland erreichen. Ein Land wie Deutschland, das stark in die europäische Wirtschaft eingebunden sei, könne sich nicht auf Dauer von der Krise isolieren.

Die Wirtschaftskrise wird nach Ansicht von Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser bald auch Deutschland erreichen. "Wenn wir weiter so machen wie bisher, dann werden sich die Auswirkungen der Euro-Krise auf die Realwirtschaft verschärfen", sagte Kannegiesser der "Welt". Die Metallbranche spüre dies bereits: "Wenn Unsicherheiten über die künftige Entwicklung da sind, dann werden Investitionen erst einmal angehalten oder verschoben. Diese Phase hat begonnen."

Ein Land wie Deutschland, das stark in die europäische Wirtschaft eingebunden sei, könne sich nicht auf Dauer von der Krise isolieren, sagte der Metallarbeitgeber-Chef. "Früher oder später werden wir die Krise umso stärker spüren. Dieser Zeitpunkt rückt näher." Für diesen Fall brauche die Industrie wie schon in der vergangenen Wirtschaftskrise besondere Regelungen, sagte Kannegiesser.

Er verwies dabei insbesondere auf die Kurzarbeit-Regelung, die es Unternehmen leichter gemacht hatte, ihre Beschäftigten in Kurzarbeit zu schicken. Sie erhalten dabei eine Lohnausgleich von der Bundesagentur für Arbeit. Die Ausweitung der Kurzarbeit gilt als Grund dafür, dass die Arbeitslosigkeit bei der vorangegangenen Krise weniger stark als sonst angestiegen ist.

Autor: Berlin (AFP)

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