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19.03.2012

Berlin (AFP)

Gauck trifft erste Personalentscheidungen als Präsident

Joachim Gauck ist mit großer Mehrheit zum 11. Bundespräsidenten Deutschlands gewählt worden. Der parteilose Theologe und frühere DDR-Bürgerrechtler erhielt im ersten Wahlgang der Bundesversammlung 991 Stimmen. Die von der Linkspartei aufgestellte Gegenkandidatin Beate Klarfeld bekam 126 Stimmen.
Foto: © 2012 AFP Wahl des Bundespräsidenten
Bundespräsident Gauck hat einen Tag nach seiner Wahl erste Personalentscheidungen getroffen: Wie erwartet ernannte er seinen langjähigen Vertrauten, den Theologen und Juristen David Gill, zum Staatssekretär an der Spitze des Bundespräsidialamtes.

Bundespräsident Joachim Gauck hat einen Tag nach seiner Wahl erste Personalentscheidungen getroffen: Wie erwartet ernannte er seinen langjähigen Vertrauten, den Theologen und Juristen David Gill, zum Staatssekretär an der Spitze des Bundespräsidialamtes, wie die Pressestelle mitteilte. Der bisherige Amtschef, Lothar Hagebölling, wurde den Angaben zufolge in den einstweiligen Ruhestand verabschiedet.

Der aus Sachsen stammende Gill war zuletzt stellvertretender Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland. Das Präsidialamt hat gut 170 Mitarbeiter, die das Staatsoberhaupt beraten, Reden entwerfen und den Kontakt zur Bundesregierung pflegen.

Ebenfalls erwartungsgemäß wurde Gaucks Sprecher Andreas Schulze kommissarisch mit den Aufgaben als Sprecher des Präsidenten betraut. Schulze war zuletzt tätig als Referatsleiter im Landwirtschaftsministerium. Er hatte Gauck schon in den vergangenen Wochen begleitet und auch bei der ersten Kandidatur vor knapp zwei Jahren als sein Sprecher fungiert. Petra Diroll, die zuletzt kommissarisch als Sprecherin von Gaucks Amtsvorgänger Christian Wulff gearbeitet hatte, wurde den Angaben zufolge von dieser Aufgabe entbunden.

Nach Angaben der Pressestelle des Bundespräsidialamts lud Gauck seine Mitarbeiter zu einem ersten Treffen ins Schloss Bellevue ein. Dabei habe der Bundespräsident "wesentliche Vorhaben seiner Amtszeit" umrissen.

Gauck hatte zuvor seine Amtsgeschäfte aufgenommen. Die erste große Rede des neuen Präsidenten ist für Freitag geplant, wenn er vor Bundestag und Bundesrat seinen Amtseid ablegt. Gauck war am Sonntag mit großer Mehrheit von der Bundesversammlung gewählt worden.

eha/jp/mm

Autor: Berlin (AFP)