Wochenblatt
15.04.2012

Paris (AFP)

Fernduell der Wahlkämpfer Sarkozy und Hollande in Paris

Eine Woche vor der ersten Wahlrunde in Frankreich haben sich die beiden Favoriten ein Fernduell in Paris geliefert. Präsident Niocolas Sarkozy rief seine Anhänger zur Mobilisierung auf und hob hervor, dass allein er angesichts der Krise die Zukunft Frankreichs sichern könne.
Foto: © 2012 AFP Sarkozy
Eine Woche vor der ersten Wahlrunde in Frankreich haben sich die beiden Favoriten ein Fernduell in Paris geliefert: Präsident Nicolas Sarkozy und der sozialistische Herausforderer François Hollande mobilisierten jeweils zehntausende Anhänger.

Eine Woche vor der ersten Wahlrunde in Frankreich haben sich die beiden Favoriten ein Fernduell in Paris geliefert: Präsident Nicolas Sarkozy trat im Stadtzentrum auf dem Place de la Concorde auf, wo sich laut seiner konservativen Partei mehr als 100.000 Anhänger versammelten. Auch der sozialistische Herausforderer François Hollande begrüßte im Schlosspark von Vincennes nach Parteiangaben rund 100.000 Menschen.

Sarkozy rief seine Anhänger zur Mobilisierung auf und hob hervor, dass allein er angesichts der Krise die Zukunft Frankreichs sichern könne. Im internationalen Wettbewerb wolle er "die Nation" gegen Dumping-Löhne und Billig-Konkurrenz verteidigen. Um das Wachstum zu stärken, wolle er in Europa auch erneut eine Debatte zur Rolle der Zentralbank eröffnen. Erneut kündigte er an, die Kontrollen an den französischen Außengrenzen wieder einführen zu wollen, sollten weiter unkontrolliert Zuwanderer nach Europa kommen.

"Volk Frankreichs, habt keine Angst, sie (die Sozialisten) werden nicht gewinnen, wenn Ihr beschließt, dass Ihr gewinnen wollt", rief Sarkozy zum Schluss seiner Rede. Zugleich appellierte der in fast allen Umfragen zurückliegende Amtsinhaber nochmals an die Wähler, ihm ihre Stimme zu geben: "Französinnen, Franzosen, helft mir, helft mir, helft Frankreich".

Zum großen sozialistischen Wahlkampf-Fest mit Musik am Stadtrand von Paris kamen nach Angaben der Partei ebenfalls bis zu 100.000 Menschen. Hollande warb für den Wandel und bekräftigte in seiner Rede, er sei "bereit für die Präsidentschaft Frankreichs". Er wolle ein Präsident der Gerechtigkeit und der Aussöhnung sein, versprach Hollande.

In einem Interview für die Zeitung "Journal du Dimanche" sagte der Sozialist, die Wahl sei zwar noch nicht gewonnen, seine Mitarbeiter hätten aber bereits die ersten Textvorlagen für eine Amtszeit ausgearbeitet - das sei keine Vorwegnahme der Wahlentscheidung, sondern "eine Pflicht".

Hollande liegt in fast allen Umfragen vor dem Amtsinhaber: Ihm werden in der ersten Runde nach den jüngsten Umfragen zwischen 27 bis 30 Prozent vorhergesagt gegenüber 26 bis 28 Prozent für Sarkozy. In der Stichwahl am 6. Mai wäre Hollande mit 54 bis 57 Prozent der klare Sieger, Sarkozy läge abgeschlagen bei 43 bis 46 Prozent. In Frankreich wird in zwei Runden am 22. April und 6. Mai ein neuer Präsident gewählt.

Autor: Paris (AFP)

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