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25.09.2012

Berlin (AFP)

EZB lehnt Forderungsverzicht zugunsten Griechenlands ab

Griechenland und seine Geldgeber suchen fieberhaft nach Wegen, die finanzielle Zukunft des Landes zu sichern. Aus dem Finanzministerium in Athen kam der Vorschlag, die Laufzeit von Staatsanleihen zu verlängern, die von der EZB gehalten werden.
Foto: © 2012 AFP Die Lage in Griechenland ist erneut höchst unsicher
Die EZB lehnt einen Forderungsverzicht zugunsten des hochverschuldeten griechischen Staates ab. Ein zusätzlicher externer Finanzierungsbedarf des Landes könne nur durch die Euroländer geschlossen werden, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) lehnt einen Forderungsverzicht zugunsten des hochverschuldeten griechischen Staates ab. Ein möglicher zusätzlicher externer Finanzierungsbedarf des Landes könne nur durch die Euroländer geschlossen werden, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen. Eine Umschuldung auf Kosten der EZB stehe nicht zur Diskussion und sei darüber hinaus eine "verbotene monetäre Staatsfinanzierung".

Asmussen sprach sich klar für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone aus. "Aber das muss das Land sich hart erarbeiten, der Schlüssel dazu liegt in Athen", sagte er der Zeitung "Die Welt". Er forderte die Regierung auf, die Löcher im Budget für dieses und die nächsten beiden Jahre zu schließen. Dazu seien "konkrete, robuste Maßnahmen auf der Einnahmen- und noch mehr auf der Ausgabenseite erforderlich". Darüber sei sich die EZB auch mit dem Internationalem Währungsfonds (IWF) sowie der EU einig. Die drei Gläubiger Griechenlands bilden die sogenannte Troika.

Zuletzt waren die Rufe unter anderem aus Athen nach einem erneuten Schuldenschnitt für das Land wieder lauter geworden. Im Rahmen eines ersten Schuldenschnitts verzichteten bereits private Gläubiger im Frühjahr auf Forderungen in Höhe von 107 Milliarden Euro, öffentliche Gläubiger waren nicht betroffen.

Autor: Berlin (AFP)