13.09.2017

Hamburg (AFP)

Drei Tote infolge von Sturmtief "Sebastian"

Infolge des Sturmtiefs "Sebastian" sind am Mittwoch in Hamburg und Nordrhein-Westfalen drei Menschen ums Leben gekommen. Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Unwetter über Teile West- und Norddeutschlands hinweg.
Foto: © 2017 AFP Vor Wangerooge tobt das Meer
Infolge des Sturmtiefs "Sebastian" sind am Mittwoch in Hamburg und Nordrhein-Westfalen drei Menschen ums Leben gekommen. Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Unwetter über Teile West- und Norddeutschlands hinweg.

Infolge des Sturmtiefs "Sebastian" sind am Mittwoch in Hamburg und Nordrhein-Westfalen drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Hamburger Feuerwehr mitteilte, wurde am Elbanleger Blankenese ein Rollstuhlfahrer nach Angaben von Zeugen in den Fluss geweht. Ein Großaufgebot suchte mit Tauchern, Booten und einem Hubschrauber nach dem Mann, konnte ihn aber nur noch tot bergen.

Bei heftigen Windböen wurde in der Hansestadt zudem ein 38-jähriger Passant von einem herabstürzenden Gerüst erschlagen. Ein Teil löste sich laut Polizei am siebten Obergeschoss eines Gebäudes und stürzte auf den Fußgänger. Rettungskräfte fanden ihn leblos auf dem Gehweg. Sie brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er seinen Verletzungen erlag.

Im nordrhein-westfälischen Brilon wurde ein 53-Jähriger von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Mann war nach Polizeiangaben mit Vermessungsarbeiten an einem Waldstück beschäftigt, als eine 20 Meter hohe Fichte auf ihn stürzte.

Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Sturmtief "Sebastian" über Teile West- und Norddeutschlands hinweg. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Für die Nordseeküsten gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. In Ostfriesland wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet, für Nordfriesland bis zu zwei Meter mehr.

In Wyk auf Föhr wurde eine 70-jährige Frau von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt. Sie wurde in ein Krankenhaus auf das Festland ausgeflogen. Der Nord-Ostsee-Kanal wurde für den Schiffsverkehr gesperrt, in Husum wurde die Windmesse geräumt.

Auch im Binnenland brachte "Sebastian" Sturm, Gewitter und Regen. Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel.

Der Bahnverkehr war vielerorts gestört. Am Abend und in der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern. In Berlin rief die Feuerwehr am frühen Abend bereits den Ausnahmezustand aus.

Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen und Erdrutsche möglich. Vor allem der Odenwald, der Schwarzwald und das Saarland sollten betroffen sein.

In Nordrhein-Westfalen riss der Sturm vor allem im Ruhrgebiet zahlreiche Bäume aus dem Boden. Im Rheinisch-Bergischen Kreis wurde ein Auto während der Fahrt von einem umstürzenden Baum getroffen. Der 82-jährige Fahrer wurde leicht verletzt.

Auch die niedersächsische Polizei meldete zahlreiche Einsätze. So sorgte "Sebastian" etwa in den Landkreisen Verden und Osterholz für Straßensperrungen. In Peine stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der 29-jährige Fahrer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein riet ihren Bürgern, sich in den Nachmittagsstunden nicht im Freien aufzuhalten. Städtische Kindertagesstätten wurden geschlossen, Veranstaltungen mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurden abgesagt.

Im baden-württembergischen Karlsruhe löste sich laut Polizei eine Sicherung an einem Baukran, woraufhin der Wind dessen Arm erfasste und drehte. Eine an dem Arm hängende Kette beschädigte drei Häuser und blieb in einer Stromleitung hängen, die aber heil blieb.

Autor: Hamburg (AFP)

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