15.02.2013

Berlin (AFP)

Deutscher Forscher: Klimawandel gefährdet Weltfrieden

Der Klimawandel gefährdet nach Ansicht des Leiters des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Frieden und Sicherheit in der Welt. In Brandenburg starten dieser Tage Beratungen der UNO über die Bedrohungen durch die Erderwärmung. (Archivbild aus Bangkok)
Foto: © 2013 AFP Überschwemmungen in Bangkok
Der Klimawandel gefährdet nach Ansicht des Leiters des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Frieden und Sicherheit in der Welt. In Brandenburg starten dieser Tage Beratungen der UNO über die Bedrohungen durch die Erderwärmung.

Vor Gefahren für Frieden und Sicherheit in der Welt durch den fortschreitenden Klimawandel hat der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, gewarnt. "Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht verringert wird, begibt sich die Menschheit auf den Weg in eine ungewisse Zukunft", erklärte Schellnhuber im Vorfeld von Beratungen der Mitglieder des UN-Sicherheitsrats über die mit der Erderwärmung verbundenen potenziellen Bedrohungen.

"Aus der Sicht des Wissenschaftlers ist der Klimawandel ein Multiplikator für Risiken, sie nehmen um ein Vielfaches zu", warnte Schellnhuber. Als Beispiele verwies er auf den Anstieg des Meeresspiegels, der die Gefahr von Überflutungen erhöhe oder auf Störungen des Monsun-Wettersystems. Auch im Amazonas-Regenwald könnte es drastische Änderungen geben, wenn bestimmte Schwellenwerte der Erwärmung überschritten werden. "Dies könnte wiederum Kipp-Prozesse in den internationalen Beziehungen auslösen", etwa durch den Wettbewerb um natürliche Ressourcen, erklärte Schellnhuber weiter.

Das UN-Treffen wurde von den Ratsmitgliedern Großbritannien und dem zuletzt stark von Flutkatastrophen betroffenen Pakistan einberufen. Schellnhuber ist der einzige Wissenschaftler, der zu den Beratungen hinzugezogen wird. Diskutiert werden sollen unter anderem Auswirkungen des Klimawandels auf Ernährungssicherheit und Wasserversorgung sowie mögliche Migrationsbewegungen größerer Bevölkerungsgruppen über Grenzen hinweg. In den vergangenen Jahren hatte der Sicherheitsrat bereits zweimal über Gefahren des Klimawandels beraten, je einmal auf Antrag Großbritanniens und Deutschlands.

"Bei ungebremstem Emissionsausstoß drohen die Risiken des Klimawandels zu eskalieren", warnte auch der Politische Geschäftsführer der Organisation Germanwatch, Christoph Bals, angesichts der UN-Beratungen. Dabei seien besonders die ärmsten Entwicklungsländer den Risiken im Hinblick auf Ernährungssicherheit und Trinkwasserzugang schutzlos ausgesetzt. "Die wachsenden Sicherheitsrisiken durch den Klimawandel lassen sich nicht militärisch, sondern einerseits durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien, andererseits durch Anpassungsmaßnahmen vor Ort eindämmen", mahnte Bals.

Scharfe Kritik übte Bals an der Bundesregierung und besonders an Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der maßgeblich für die derzeitige Blockade der EU-Klimapolitik verantwortlich sei. So verhindere Rösler notwendige Reformen des EU-Emissionshandels sowie ehrgeizigere Ziele für den Ausstoß von Treibhausgasen in Europa.

Autor: Berlin (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Wochenblatt Eilmeldung

Eilmeldung

Reitanlage in Sonnen steht in Flammen

Das Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing meldet am Sonntag, 19. Februar, einen Brand im Landkreis Passau. mehr ...

Auf dem Keilberg fanden die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und des Löschzuges Keilberg eine brennende Garage vor, die sich bedrohlich nah an einem Einfamilienhaus befand

Alarm

Einsatzreicher Abend für die Regensburger Feuerwehren

Am Sonntagabend, 19. Februar, wurden zeitgleich zwei Brände im Stadtgebiet Regensburg gemeldet, somit hatten die Feuerwehren gut zu tun. mehr ...

Endergebnis

70 Prozent Wahlbeteiligung

Attinger geben grünes Licht für Regionalschlachthof

Der geplante Regionalschlachthof nahe Wallmühle hat eine entscheidende Hürde genommen. Am Sonntag sprachen sich die Attinger Bürger mehrheitlich für die Betriebsansiedlung aus. mehr ...

Notarzt

Schwere Schussverletzung

58-Jähriger hantiert mit geladener Schreckschusspistole und schießt sich in den Hals

Wie gefährlich der unsachgemäße Umgang mit Schreckschusswaffen sein kann, zeigt ein Fall vom Samstagabend, 18. Februar, aus Schweinfurt. mehr ...

Feuerwehr, 112

Feuer

Erst Qualm, dann Flammen: Plötzlich brannte der Mini

Am Sonntag, 19. Februar, gegen 1.15 Uhr fuhr der Besitzer eines BMW Mini zu seinem Wohnanwesen in der Schwandnerstraße in Waldmünchen. Kurz vor dem Anwesen leuchteten mehrere Kontrolllampen auf. mehr ...

A Cure for Wellness

A Cure for Wellness

Eine Kurklinik in den Schweizer Alpen scheint Menschen krank statt gesund zu machen. So auch den Vorstandsvorsitzenden einer Firma, der dort verschollen ist. Als ein Kollege nach dem Rechten sehen will, wird auch er wegen der "Krankheit" behandelt, unter der dort alle Patienten angeblich leiden. Bald verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Einbildung bei dem jungen Manager. Ist er wirklich krank oder ist er das Opfer eines Psycho-Spiels? mehr ...