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14.12.2012

Qiantun (AFP)

Chinese entwirft Rettungskapsel für den Weltuntergang

Ein findiger Chinese hat Kugeln aus Stahl und Fiberglas konstruiert, in der Menschen den laut Maja-Kalender anstehenden Weltuntergang in der kommenden Woche überleben können. Allerdings hat der 45-Jährige noch keine der Kapseln verkauft.
Foto: © 2012 AFP Im Inneren der Kapseln ist es heimelig
Ein findiger Chinese hat Kugeln aus Stahl und Fiberglas konstruiert, in der Menschen den laut Maja-Kalender anstehenden Weltuntergang in der kommenden Woche überleben können. Allerdings hat der 45-Jährige noch keine der Kapseln verkauft.

Angesichts des angeblich drohenden Weltuntergangs kommende Woche hat ein Chinese eine Rettungskapsel entworfen, die ihren Insassen auch bei Tsunamis und Erdbeben das Überleben sichern soll. Die großen Kugeln könnten dank ihrer Konstruktion aus Fiberglas über einem Stahlrahmen selbst einer tausend Meter hohen Flutwelle widerstehen, erklärt ihr Erfinder Liu Qiyuan. Der 45-jährige Landwirt hat in seiner Werkstadt in Qiantun bei Peking bereits mehrere der "Archenoah" getauften Kugeln fertiggestellt.

"Sie ist wie ein Ping-Pong-Ball, ihre Haut mag dünn sein, doch sie kann großen Druck aushalten", sagte Liu der Nachrichtenagentur AFP, als er seine Konstruktion vorführte. Jede der Kapseln, die ihn jeweils 300.0000 Yuan (36.650 Euro) gekostet haben, ist mit Sauerstofftanks, Essens- und Wasservorräten ausgestattet. Zudem haben die Kugeln Sicherheitsgurte, um auch bei starker Erschütterung nicht aus dem Sitz geworfen zu werden, wie Liu persönlich vorführte. Blümchentapeten sorgen für Heimeligkeit. Laut ihrem Erfinder können bis zu 30 Menschen in einer Kapsel mindestens zwei Monate überleben.

Auch in China ist die Angst vor dem Weltuntergang verbreitet. Wie auch in anderen Länder rechnen nicht wenige Menschen beim angeblichen Ende des Maya-Kalenders am 21. Dezember mit der Apokalypse. Laut Medienberichten erhielt ein Geschäftsmann in der Provinz Zhejiang 21 Aufträge für gelbe Rettungsboote, die der Apokalypse widerstehen können sollen. Zudem seien in zwei ländlichen Gemeinden alle Kerzen verkauft worden, nachdem Gerüchte aufgekommen waren, dass am 21. Dezember eine dreitägige Finsternis anbrechen werde.

"Wenn es wirklich eine Art Apokalypse geben wird, können Sie sagen, dass ich einen Beitrag zum Überleben der Menschheit geleistet habe", sagt Liu. Er hatte zunächst erdbebensichere Häuser entworfen, doch nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004 schwenkte er auf die Rettungskapseln um. Verkauft hat Liu noch keine seiner Kapseln. Doch auch wenn ihm langsam das Geld ausgeht, sei es das wert, ist der Bauer überzeugt. Schließlich gehe es darum, Leben zu retten.

Autor: Qiantun (AFP)