Wochenblatt
01.03.2012

Berlin (AFP)

Bürger werden künftig gezielt zu Organspende befragt

Alle Versicherten sollen künftig regelmäßig zu ihrer Bereitschaft zu einer Organspende befragt werden. Darauf haben sich die Bundestagsfraktionen geeinigt. Das erste Schreiben soll bereits in diesem Jahr verschickt werden.
Foto: © 2012 AFP Gesundheitsminister Bahr mit Organspende-Ausweis
Alle Versicherten sollen künftig regelmäßig zu ihrer Bereitschaft zu einer Organspende befragt werden. Darauf haben sich die Bundestagsfraktionen geeinigt. Das erste Schreiben soll bereits in diesem Jahr verschickt werden.

Die Bürger in Deutschland sollen künftig gezielt vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie zu einer Organspende bereit sind oder nicht. Die Fraktionen aller Bundestagsparteien einigten sich auf eine Neuregelung der Organspende, derzufolge alle Bürger regelmäßig von ihren Krankenkassen per Post angeschrieben und über die Organspende informiert werden sollen, berichteten Teilnehmer nach dem Treffen. Die Versicherten würden dabei gebeten, eine freiwillige Erklärung über ihre Bereitschaft zur Organspende abzugeben.

Das erste Schreiben an die Bürger solle bereits in diesem Jahr versandt werden, kündigte der CDU-Abgeordnete Jens Spahn an. Ein weiteres Schreiben solle in zwei Jahren folgen, ab 2017 sollen sich die Kassen dann alle fünf Jahre postalisch bei den Versicherten melden. Darüber hinaus sollen die Behörden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen - wie etwa Reisepass oder Führerschein - Informationen zur Organspende ausgeben.

Wichtig sei, dass die Erklärung zur Spendebereitschaft "in jedem Fall freiwillig erfolgt", erklärte Spahn. "Es geht nicht um Zwang, sondern darum, die Menschen von der Notwendigkeit zur Organspende zu überzeugen." Idealerweise solle die Entscheidung der Versicherten zur Organspende auf ihrer Versichertenkarte gespeichert werden.

Der politischen Einigung war eine jahrelange Kontroverse vorausgegangen. Auslöser war die große Diskrepanz zwischen der grundsätzlichen Bereitschaft vieler Menschen zu spenden und der Zahl derjenigen, die tatsächlich einen Organspendeausweis haben. Derzeit gilt in Deutschland die sogenannte Zustimmungslösung, wonach ein Mensch schon zu Lebzeiten aus eigenem Antrieb einer Organspende zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten Ja sagen müssen.

Drei Viertel der Deutschen sind laut Umfragen bereit, ein Organ zu spenden. Aber nur ein Viertel hat bislang tatsächlich einen Organspendeausweis. Mehr als 12.000 schwer kranke Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Alle acht Stunden stirbt nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ein auf der Warteliste aufgeführter Mensch.

Autor: Berlin (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Baseballschläger

Massiver Widerstand bei Kontrolle an Raststätte:

Briten verprügeln Passauer Polizisten krankenhausreif

Am Boden liegender Beamte mit Füßen gegen Kopf getreten. Fünf Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. mehr ...

Blaulicht

Dicke Luft in Mallersdorf

Asylbewerber treten in "Matratzenstreik"

Vier junge Syrer machten am Freitag ihrem Ärger Luft. Grund: die Neuankömmlinge sollten keine neuen Matratzen bekommen und stattdessen sechs Monate alte gebrauchte Matratzen benutzen. mehr ...

Das Schirmgassenfest war ein beliebter Treffpunkt.

Schirmgassenfest fällt aus – Gefeiert wird stattdessen in Auloh

Arrivederci, Landshuter Innenstadt!

Das Schirmgassenfest war immer ein echter Gästemagnet und beliebter Treffpunkt: Doch die Veranstalter haben die Nase voll von den Schwierigkeiten in der Gasse – und ziehen mit dem Fest um nach Auloh. mehr ...

Klaus Augenthaler bei der Pressekonferenz

Sportverein

Nach Augenthaler-Deal: SV Donaustauf lagert Abteilung in GmbH aus – die zieht in noble Residenz

Beim Donaustaufer SV wird die Fußball-Abteilung in eine GmbH ausgegliedert. Nach dem Augenthaler-Deal ist den Vereinsvorständen offenbar das Risiko zu groß geworden. Sauer sind die Alt-Spieler, weil neue Spieler plötzlich Geld erhalten. mehr ...

Einbrecher

Was Sie über die sogenannten „Gaunerzinken“ wissen sollten

Mit diesen Geheimcodes bereiten Kriminelle ihre Einbrüche vor

Einbrüche steigen im Bundesgebiet rasant an. Oft spähen Diebesbanden Objekte im Vorfeld aus und markieren lohnende Gebäude. Bei diesen Zeichen sollten sie stutzig werden! mehr ...

7 Göttinnen

7 Göttinnen

Auf Goa gibt es ein Wiedersehen: Die baldige Braut Freida hat ihre engsten Jugendfreundinnen eingeladen. Die sechs Frauen definieren sich durch ihre Unterschiede und schnell wird das Hausmädchen Laxmi die Siebte im Bunde. Zusammen stürzen sie sich ins wilde Nachtleben - und ihnen wird bewusst, dass sie bisher nicht das erreicht haben, was sie wollten. Gemeinsam wollen sie etwas ändern, jedoch zerstört ein schreckliches Ereignis diese Pläne. mehr ...