06.10.2012 Deutschland

Kirche

Berliner Verlag setzt Kopfgeld von 15.000 Euro für Informationen über Hetzseite kreuz.net aus


Der Berliner Verlag Bruno Gmünder, der vor allem im Bereich Literatur für Homosexuelle aktiv ist, hat ein Kopfgeld von 15.000 Euro für Informationen ausgesetzt, die zur Aufdeckung der Hintermänner von kreuz.net führen. Vorangegangen war eine Hetzkampagne auf der Seite gegen den verstorbenen Künstler Dirk Bach.

Einen Tag nach dem Tod des Schauspielers Dirk Bach am 1. Oktober 2012, erschien auf dem Portal für sogenannte "katholische Nachrichten" kreuz.net ein Text unter der Überschrift "Jetzt brennt er in der ewigen Homohölle". In ihm wird Bach als "homosexueller Sittenverderber", "Homo-Gestörter", sexuell krank, „Propagandist der Homo-Unzucht“ und „entartet“ bezeichnet.
Der Bruno Gmünder Verlag, in dem unter anderem Deutschlands schwules Life-Style-Magazin MÄNNER erscheint, kritisiert diesen Umgang mit Dirk Bachs Tod aufs Schärfste.

Tino Henn, Vorsitzender der Geschäftsführung: "Wir wünschen Dirks Partner, seinen Freunden und seiner Familie in dieser schweren Zeit viel Kraft und Zuversicht und werden unser Möglichstes tun, damit das Andenken an Dirk Bach nicht weiter beschädigt wird. Wir haben lange bei kreuz.nets Homohobie zugesehen. Aber jetzt hat das Treiben dieser Katholiban eine Dimension und so viel öffentliche Aufmerksamkeit erreicht, dass jedes stillschweigende Zusehen zu einer Art Mittäterschaft werden würde."

Der Verlag stehe als Medienunternehmen ganz grundsätzlich und unbedingt für das Recht auf Meinungsfreiheit, sehe durch die Äußerungen des kreuz.net-Autoren aber Artikel 5 Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes verletzt. Der lautet: "Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."

Der Bruno Gmünder Verlag hat am Samstag, 6. Oktober, wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung Strafanzeige gegen den Autoren des Textes, aber auch kreuz.net selbst erstattet.

Im Januar 2008 musste ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen kreuz.net eingestellt werden. Weil die Website im US-Bundesstaat Arizona gehostet wird und ein Rechtshilfeersuchen abschlägig beschieden wurde, gab die Staatsanwaltschaft Berlin seinerzeit bekannt: "Im Zuge der Ermittlungen ist es nicht gelungen, einen Tatverdächtigen namhaft zu machen".

Aus diesem Grund setzt der Bruno Gmünder Verlag parallel zur Anzeige ein "Kopfgeld" von 15.000 Euro für Informationen über die deutschen Hintermänner von kreuz.net aus. Das wird demjenigen ausgezahlt der/die dem Verlag die Namen und Kontaktdaten für die Tatverdächtigen, also den Autoren des Textes über Dirk Bach und die Betreiber von kreuz.net. zur Verfügung stellt, so dass sie rechtskräftig verurteilt werden können.

Der Verlag hat eine Email-Adresse eingerichtet, an die betreffende Informationen gesendet werden können: stopptkreuznet@brunogmuender.com

kreuz.net steht nicht das erste Mal in der Kritik. Teile der Website wurden wegen Holocaustleugnung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert und dürfen damit in Deutschland weder offen beworben noch Kindern oder Jugendlichen zugänglich gemacht werden, sind aber weiter frei abrufbar. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft kreuz.net als teilweise antisemitisch ein.

Autor: ce / pm

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort:

Das könnte Sie auch interessieren

Licht am Ende des Tunnels, Aufwachen, Koma

Weg zurück ins Leben

Aus dem Koma erwacht

Ludwig Köppen geriet 2012 mit gerade einmal 19 Jahren in einen Verkehrsunfall und fiel ins Koma. Er überlebte das Unglück und kämpft sich jetzt zurück ins Leben. mehr ...

Tragisch

Verletzungen waren zu schwer – Motorradfahrer stirbt knapp zwei Wochen nach Unfall

Bereits am 9. April gegen 15.30 Uhr ereignete sich auf der Kreisstraße R21/Zufahrt zum Gewerbegebiet "An der Hasler Zell" in Regenstauf ein Verkehrsunfall zwischen einer 26-jährigen Pkw-Fahrerin und einem 47-jährigen Motorradfahrer. mehr ...

Unfall Wallersdorf- neu

Autoinsassen kommen bei A92-Crash mit dem Schrecken davon

Lkw zerquetscht Pannen-Pkw - junge Leute bleiben wie durch ein Wunder unverletzt

Schwerer Unfall auf der A92 bei Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau). Drei junge Leute aus dem Raum Landshut hatten unglaubliches Glück ... mehr ...

mehr Bilder ansehen
Blaulicht Polizei

In der Nacht auf Sonntag

Im Vollrausch: Jugendlicher (17) schrottet erst Papas Auto und flüchtet dann mit geklautem Sattelschlepper

Im Vollrausch hat ein Jugendlicher aus Dingolfing in der Nacht auf Sonntag die Polizei in Atem gehalten. mehr ...

Feuerteufel unterwegs?

200.000 Euro Schaden bei Brand eine Supermarktes in Neustadt – die Kripo ermittelt

Gegen 2 Uhr nachts ist am Sonntag, 23. April, ein Brand bei dem Supermarkt in der Bahnhofstraße in Neustadt n der Donau im Landkreis Kelheim ausgebrochen. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Happy Burnout

Happy Burnout

Fussel ist Alt-Punker und arbeitsscheu. Mit Charme laviert er sich durchs Leben. Bis schließlich das Arbeitsamt Druck macht. Letzter Ausweg ist ein Attest das ihm Burnout bescheinigt. Er kommt in eine psychiatrische Klinik. Dort stiftet der Lebenskünstler allerlei Unruhe. Zwischen Geschäftsmännern und Hausfrauen kommt Fussel bald ins Zweifeln und stellt sich die Frage: Was will ich eigentlich im Leben erreichen? mehr ...