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24.07.2012

Washington (AFP)

Batman-Amokläufer hatte mehr als 30 Granaten in Wohnung

Der mutmaßliche Kino-Amokläufer von Colorado soll in seiner Wohnung mehr als 30 selbstgebaute Granaten und Behälter mit insgesamt fast 40 Litern Treibstoff gelagert haben. James Holmes soll in einem Kino nahe Denver zwölf Menschen erschossen haben.
Foto: © 2012 AFP Mutmaßlicher Kino-Attentäter Holmes
Der mutmaßliche Kino-Amokläufer von Colorado soll in seiner Wohnung mehr als 30 selbstgebaute Granaten und Behälter mit insgesamt fast 40 Litern Treibstoff gelagert haben. James Holmes soll in einem Kino nahe Denver zwölf Menschen erschossen haben.

Nach dem Amoklauf bei einer Kino-Premiere des neuen "Batman"-Films im US-Bundesstaat Colorado sind weitere Einzelheiten über das mit Sprengstofffallen gesicherte Apartment des mutmaßlichen Schützen ans Licht gekommen. Wie der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, soll der 24-jährige Student James Holmes in seiner Wohnung mehr als 30 selbstgebaute Granaten und Behälter mit insgesamt fast 40 Litern Treibstoff gelagert haben. Sprengstoffexperten hätten den Zündmechanismus mit Hilfe eines ferngesteuerten Roboters ausschalten können.

Bei einer Explosion wäre wohl das ganze Stockwerk zerstört worden, mutmaßte ein Behördenvertreter im Gespräch mit CNN. "Die Feuerwehr hätte bei ihrem Eintreffen ein Gebäude vorgefunden, das vollständig in Flammen gestanden hätte." Die Granaten waren demnach über Drähte mit einem Schaltkasten in der Küche verbunden. Die Box sei mittlerweile zur Untersuchung an Experten der Bundespolizei FBI geschickt worden. Die Polizei hatte am Samstag mitgeteilt, die von der Wohnung ausgehende Gefahr entschärft zu haben.

Holmes soll in der Nacht zum Freitag in einem Kino in Aurora nahe Denver zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt haben. Laut dem CNN-Bericht wurden am Montag noch immer 15 Opfer in Krankenhäusern behandelt, fünf von ihnen befanden sich in einem kritischen Zustand. Holmes soll am kommenden Montag angeklagt werden, ihm könnte die Todesstrafe drohen. Das Motiv des Todesschützen ist noch unklar. Bei einem ersten Gerichtstermin am Montag schwieg Holmes, nach Polizeiangaben zeigte er sich auch in den Verhören unkooperativ.

Unterdessen hat sich die aus der Gegend von San Diego in Kalifornien stammende Familie des mutmaßlichen Amokläufers zu Wort gemeldet. In einer Erklärung äußerte sie ihr Mitgefühl für die Opfer der Bluttat in Aurora. Außerdem ließ die Familie über eine Anwältin ausrichten, dass sie sich derzeit nicht über ihr Verhältnis zu James Holmes äußern wolle. Anwältin Lisa Damiani sagte, die Familie halte sich derzeit an einem geheimen Ort auf.

Autor: Washington (AFP)