Wochenblatt
02.04.2012

Berlin (AFP)

Arzt darf Todkranken tödliches Medikament überlassen

Ärzte dürfen unheilbar Kranken in Ausnahmefällen tödliche Medikamente für einen Suizid überlassen. Gegenteilige Verbote einer Ärztekammer verstoßen gegen die vom Grundgesetz geschützte Berufs- und Gewissensfreiheit des Arztes. Dies entschied das Verwaltungsgericht Berlin.
Foto: © 2012 AFP Arzt darf Todkranken tödliches Medikament überlassen
Ärzte dürfen unheilbar Kranken in Ausnahmefällen tödliche Medikamente für einen Suizid überlassen. Gegenteilige Verbote verstoßen gegen die vom Grundgesetz geschützte Berufs- und Gewissensfreiheit des Arztes, entschied das Verwaltungsgericht Berlin.

Ärzte dürfen unheilbar Kranken in Ausnahmefällen tödliche Medikamente für einen Suizid überlassen. Gegenteilige Verbote einer Ärztekammer verstoßen gegen die vom Grundgesetz geschützte Berufs- und Gewissensfreiheit des Arztes, wie das Verwaltungsgericht Berlin entschied. Im aktuellen Fall hatte die Berliner Ärztekammer dem damaligen Vizevorsitzenden des Sterbehilfevereins Dignitate (heute: Dignitas Deutschland) 2007 untersagt, Sterbewilligen tödliche Medikamente zu überlassen.

Die Ärztekammer hatte zur Begründung auf die "ärztliche Ethik" verwiesen, wonach "die Überlassung todbringender Medikamente an sterbewillige Personen" grundsätzlich verboten sei. Dieses uneingeschränkte Verbot eines "ärztlich assistierten" Selbstmords geht nach Auffassung der Richter allerdings zu weit, wenn der Arzt in Ausnahmefällen in einen Gewissenskonflikt gerät. Dies sei etwa der Fall, wenn der Arzt eine enge persönliche Bindung zu dem Sterbewilligen hat, der Betroffen unerträglich leidet und eine alternative Leidensbegrenzung nicht möglich ist.

Das Gericht betonte allerdings, dass das Überlassen tödlicher Medikamente an Gesunde oder psychisch Kranke in solchen Fällen grundsätzlich verboten werden darf. Zudem dürften Ärztekammern auch "ohne weiteres", die berufliche oder organisierte Sterbehilfe verbieten, wie sie der Verein Dignitas anbietet.

Autor: Berlin (AFP)

Das könnte Sie auch interessieren

Tödliches Wendemanöver in Landshut

Biker stirbt bei Unfall in der Podewilsstraße

Ein tödliches Wendemanöver

Bei einem schweren Unfall ist am Samstagabend im Stadtzentrum von Landshut ein Motorradfahrer ums Leben gekommen. mehr ...

mehr Bilder ansehen

Unfall auf der B8

Beim Überholen ins Schleudern geraten – ein Toter und zwei Schwerstverletzte

Tödliche Verletzungen zog sich ein 42-jähriger Fahrer eines Pkw zu, der auf gerader Strecke zu einem Überholvorgang ausscherte, dabei ins Schleudern geriet und nach links von der Fahrbahn abkam. Der mit drei Männern besetzte BMW stieß dann frontal gegen einen Baum. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Demolierter Krankenwagen

Unglück bei der Einsatzfahrt

Rettungswagen kracht in Notarztwagen

Ein Rettungswagen und ein Notarztwagen sind am Samstagmittag auf einer Einsatzfahrt im Landkreis Landshut verunglückt. Ein Rettungshubschrauber musste den Patienten, der im Sanka transportiert worden war, in ein Krankenhaus fliegen. mehr ...

mehr Bilder ansehen
Polizeiauto

Angreifer

Überfall in Beratzhausen: 25-Jähriger setzt sich erfolgreich zur Wehr

Drei Unbekannte versuchten, einem Passanten in Beratzhausen das Handy zu rauben. Der Geschädigte setzte sich zur Wehr und schlug die Angreifer in die Flucht. mehr ...

Wochenblatt Eilmeldung

Tragisches Unglück

Eilmeldung: Polizei meldet tödlichen Unfall in der Landshuter Maximilianstraße

Das Polizeipräsidium Niederbayern meldet einen tödlichen Unfall im Landshuter Stadtgebiet. Ein Motorradfahrer soll ums Leben gekommen sein. mehr ...

Snowden

Snowden

Edward Snowden arbeitet auf der hawaiischen Trauminsel O'ahu als IT-Spezialist. Doch als er feststellt, welche Ausmaße die Massenüberwachung der NSA annimmt, kann er nicht länger schweigen. In Hong Kong übergibt er entsprechende Informationen an den Reporter Glen Greenwald. Seitdem ist er auf der Flucht vor den US-Geheimdiensten und lebt im Exil. War ihm wirklich klar, welche Konsequenzen seine Enthüllungen für sein weiteres Leben haben würden? mehr ...