Wochenblatt
14.12.2012

Newtown (AFP)

Amokschütze tötet 20 Schulkinder - USA unter Schock

Beim schlimmsten Schulmassaker in der Nachkriegsgeschichte der USA sind in einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet worden. Das Schulmassaker löste in den USA Trauer und Entsetzen aus.
Foto: © 2012 AFP Blutbad an US-Grundschule schockt die USA
Beim schlimmsten Schulmassaker in der Nachkriegsgeschichte der USA sind in einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet worden.

Beim schlimmsten Schulmassaker in der Nachkriegsgeschichte der USA sind in einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet worden. Der Schütze stürmte nach Polizeiangaben die Sandy Hook Grundschule in Newtown, später wurde die Leiche des jungen Mannes gefunden. Präsident Barack Obama forderte politische Konsequenzen nach dem "abscheulichen" Verbrechen.

Polizeisprecher Paul Vance sagte vor Journalisten, dass 18 Kinder in der Schule getötet worden seien. Zwei weitere Kinder seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Unter den sechs in der Grundschule getöteten Erwachsenen sei auch ein dem Schützen nahe stehender Mensch gewesen. Die achte Leiche eines Erwachsenen sei an einem mit dem Massaker in Verbindung stehenden Tatort gefunden worden.

US-Medien berichteten, dass der Todesschütze zuhause zuerst seinen Vater umbrachte und dann zur Schule fuhr, wo er seine dort beschäftigte Mutter tötete. Die Polizei geht davon aus, dass es nur einen Schützen gegeben habe.

Das Massaker habe um 09.30 Uhr (Ortszeit, 15.30 Uhr MEZ) begonnen, sagte Polizeisprecher Vance. Die Opfer seien in zwei Klassenräumen getötet worden. Zunächst soll der Schütze US-Medien zufolge im Klassenzimmer seiner Mutter um sich geschossen haben, die Kinder im Vorschulalter unterrichtete. Unter den Toten sei auch die Leiterin der Grundschule. Ob der Täter sich selbst umbrachte oder von der Polizei erschossen wurde, war unklar.

Medienberichten zufolge war der Schütze mit mindestens zwei Pistolen bewaffnet. Zunächst hatten US-Medien den Täter als den 24-jährigen Ryan Lanza identifiziert. Später hieß es aber, Lanzas 20-jähriger Bruder Adam habe die Tat begangen. Ryan Lanza befinde sich in Polizeigewahrsam und werde befragt, berichteten mehrere Fernsehsender.

In der Schule herrschte während des Amoklaufs Panik und Entsetzen, Lehrer versuchten, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen, Kinder versteckten sich in Schränken. Augenzeugen sprachen gegenüber US-Medien von einer langen Schießerei mit rund 100 Schüssen. Der Schulkorridor war demnach mit Blut bespritzt. Newtown liegt etwa 130 Kilometer nordöstlich von New York.

In Washington trat ein tief bewegter Obama vor die Kameras. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagte der Präsident, selbst Vater von zwei Töchtern im Teenageralter. "Wir müssen zusammenkommen und bedeutsam handeln, um mehr Tragödien wie diese zu verhindern - ohne Rücksicht auf Parteipolitik." Obama musste seine Erklärung mehrfach unterbrechen, atmete schwer durch und wischte sich Tränen aus den Augen.

"Die Mehrheit derjenigen, die heute gestorben sind, waren Kinder, wunderschöne kleine Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren", sagte Obama. "Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich - Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, eigene Kinder."

Die Zahl der Opfer des Schulmassakers von Newtown lag noch über der vom Amoklauf an der Columbine High School. Dort hatten am 20. April 1999 zwei Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Danach begingen sie Selbstmord. Mehr Tote gab es noch an der Universität Virginia Tech in Blacksburg 2007. Dort tötete ein südkoreanischer 23-jähriger Student 32 Menschen, bevor er sich selbst richtete.

Autor: Newtown (AFP)

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