wahlen
06.08.2012 München / Trostberg

Hubertus Andrä: Keine Chance den Rechten

Der neue Verfassungsschutz-Chef ist ein Chiemgauer


„Die innere Sicherheit unseres Landes ist bei Ihnen in den richtigen Händen” sagte Innenminister Herrmann zu Hubertus Andrä. Der Trostberger ist Chef der neu gegründeten Abteilung für Verfassungsschutz.

Hubertus Andrä schreitet weiter auf der Karriereleiter voran: Der Leitende Ministerialrat aus Trostberg ist seit 1. August Leiter der neu gegründeten Abteilung für Verfassungsschutz am Bayerischen Innenministerium. „Die mir übertragene Aufgabe stellt zweifelsohne eine große Herausforderung dar, die ich mit Respekt, aber auch mit großer Zuversicht in Angriff nehmen werde”, sagte Andrä in seiner Antrittsrede. Der Trostberg war lange an Polizeidirektion in Traunstein tätig und wechselte dann ins Innenministerium.

 

Bislang war der Bereich Verfassungsschutz gemeinsam mit dem Brand- und Katastrophenschutz sowie dem Rettungswesen in einer Abteilung zusammen gefasst. Geleitet wurde sie vom Ministerialdirigenten Dr. Wolf-Dieter Remmele, der nun im Ruhestand ist. Den Bereich Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz wird künftig der Ministerialrat Alois Lachner leiten.
Es ist ein klares Statement von Innenminister Joachim Herrmann, gerade jetzt eine eigene Abteilung für Verfassungsschutz zu gründen. Vor dem Hintergrund der Neo-Nazi-Mordserie wurde bereits öffentlich die Frage gestellt, ob die Sicherheitsbehörden überhaupt noch notwendig seien. Herrmann betonte, dass man natürlich entsetzt darüber, dass eine Neo-Nazi-Gruppe über lange Zeit eine Serie von Morden verüben konnte, ohne dass der Verfassungsschutz richtig reagiert hat. Es müsse sorgfältig geklärt werden, wer welche Fehler gemacht hat.

 

Die neue Behörde soll intensiv an der bundesweiten Modernisierung des Verfassungsschutzes mitwirken. Das bedeute aber keine Zentralisierung, sagte Herrmann. Schließlich garantiere Zentralisierung keine Effizienzsteigerung. Die Ernennung von Hubertus Andrä zum Leiter des bayerischen Verfassungsschutzes ist ein großer Vertrauensbeweis. „Die innere Sicherheit unseres Landes ist bei Ihnen ist besten Händen”, sagte Innenminister Joachim Herrmann zu Hubertus Andrä.

 

Anschließend ließ der Innenminister kurz die beeindruckende Karriere des Trostbergers Revue passieren: Von 1992 an war er an der Polizeidirektion Traunstein Leiter des Sachgebietes „Einsatz mit Einsatzzentrale” und gleichzeitig Stellvertreter des Direktionsleiters. 2003 und 2004 war Hubertus Andrä dann erstmals am Innenministerium im Einsatz. Er war damit betraut, die Organisation der Polizei zu Reformieren. Dann leitete Andrä bis 2008 die Polizeidirektion Traunstein und wechselte anschließend wieder ins Innenministerium zum Sachgebiet „Einsatz der Polizei”. Seit März 2010 war der außerdem stellvertretender Leiter der gesamten Polizeiabteilung. „Hubertus Andrä hat sich auf allen Stationen seines Berufslebens hervorragend bewährt. Ihn zeichneten große Fachkompetenz, enormes Engagement und hohe Führungsqualitäten aus.”, so Herrmann.

 

„Um das Neue muss man sich keine Sorgen machen, dass kommt ganz von selbst”, zierte der 56-jährige Trostberg Hubertus Andrä in seiner Antrittsrede den Schriftsteller Mosebach. Anschließend betonte er, dass der Rechsextremismus in Bayern künftig noch intensiver beobachtet werde. Das soll ein neues Referat im Innenministerium gewährleisten. Man werde bundesweit mitarbeiten und sich an den Gesprächen rege beteiligen, sagte Andrä im Gespräch mit dem Trostberger Tagblatt. Bayern werde auf einen starken Verfassungsschutz Wert legen, um dem Rechtsextremissmus keine Chance einzuräumen. Man werde auch künftig nicht auf den Einsatz von V-Leuten verzichten können, wenn man verdeckt Informationen erhalten wolle. Ganz wichtig sei auch, die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Verfassungsschutz zu optimieren, wird Andrä zitiert.

Autor: Jürgen Unterhauser

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: