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02.07.2012 Landkreis Traunstein

Neues Bündnis will Informationsfluss verbessern

Bürgerwindräder für die Region


Mehr Information für die Bürger und Hilfestellung für Kommunen: Das sind die Ziele eines neuen Bündnisses, das die Windkraftnutzung in der Region vorantreiben will.

In Traunstein formiert sich ein Aktionsbündnis, das die Windkraftnutzung im Chiemgau vorantreiben will. Rund 70 Bürger kamen am vergangenen Donnerstag - trotz des EM-Spiels Deutschland gegen Italien - in den Sailer Keller in Traunstein und gründeten ein Aktionsbündnis für Bürgerwindräder. Georg Huber, Kreisrat und Gemeinderat in Waging, stellte die Ziele der neuen Gruppierung vor: Die Information der Bevölkerung über die möglichen Vorteile der Windkraftnutzung, die Beratung und Hilfestellung für Bürgermeister und Gemeinderäte, die Vernetzung der Akteure wie Stadt- und Gemeindewerke, Landwirte, Waldbesitzer oder Umweltverbände. Ziel ist auch, die Windkraftnutzungin der Region möglichst zeitnah voranzutreiben.
 

 

Das Aktionsbündnis versteht sich als ein überparteiliches Bündnis, bei dem alle Bürger, Parteien und Organisationen mitmachen können. Dies wurde bei der Veranstaltung nochmals ausdrücklich betont. Huber machte jedoch auch deutlich, dass das Bündnis nicht selbst Windkraftanlagen planen oder erstellen wird. Gisela Sengl und weitere Teilnehmer waren der Ansicht, dass das Bündnis kurzfristig eine Windenergie-Genossenschaft gründen sollte. Dies war offensichtlich die Erwartung vieler Veranstaltungsteilnehmer.

 

Huber stellte jedoch klar, dass das Bündnis seine Aufgabe „eine Stufe vorher“ sehe, also in der Informationsweitergabe. Sepp Hohlweger fügte unter kräftigem Applaus hinzu: „Wir wollen Bürgerwindräder und keine Großinvestoren. Wir wollen das Geld in unserem Landkreis selber verdienen“. Hans Dandl fügte hinzu, dass auch bei Ablehnungen durch die Gemeinden aufgrund der Privilegierung der Windkraft von Investoren trotzdem Windräder errichtet werden könnten. „Deshalb müssen wir schnell sein, bevor andere die guten Standorte wegnehmen“, machte Huber Druck.
 

Zu Beisitzern neben dem Vorsitzenden Georg Huber wurden gewählt: Beate Rutkowski, Dr. Rainer Schenk, Hans Schupfner, Hermann Hofstetter, Hannes Obermayer, Dr. Peter Langer, Ramona Scherr, Dr. Ralph Joerger, Hans Dandl, Siegfried Weber und Sepp Hohlweger.     Schenk sagte zum Abschluss: „Wir bekommen eine breite Akzeptanz für Windräder nur dann, wenn wir die Belange von Mensch und Natur mitberücksichtigen.“

Autor: Andreas Wittenzellner

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