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15.02.2012 Chiemgau/Salzburg

Schneesturm Olivia treibt Rettungskräfte zum Dauereinsatz

Schneesturm: Chaos-Unfälle im Minutentakt


Ein umgekippter Müll-LkKW auf der Autobahn, ein von der Straße abgekommener Bus, ein Geländewagen im Bachbett, kilometerlange Staus, Verspätungen bei der Bahn, ausgefallene Flüge und Auffahrunfälle in Reihe: Schneesturm Olivia fordert Rettungskräfte und Reisende in höchster Weise.

Wie vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Anfrage aktuell zu erfahren war, kam es allein am Mittwoch in den frühen Morgenstunden und am Vormittag im Einzugsbereich zu 51 Unfällen mit kleineren Blech- und Sachschäden. Bei 18 Unfällen wurden Personen verletzt. Schwere Verletzungen gab es zum Glück keine. Ein Schwerpunkt des Unfallgeschehens zeichnete sich dabei im Bereich Traunstein/Chiemgau ab. Im Bereich von Berchtesgaden war es nach Angaben des BRK am Dienstag zu acht Unfällen mit einem Gesamtschaden von 64.000 Euro gekommen.

 

Bereits am Montag Abend krachte es mehrere Male auf der Autobahn in Richtung Salzburg und Kiefersfelden. Heftig zur Sache ging es auch am Dienstag gegen 22.20 Uhr auf der Salzburger Autobahn an der Anschlussstelle Thalgau. Dort war ein mit Müll beladener Container-Lastzug ins Schlingern geraten und umgekippt. Rund 60 Kubikmeter übel riechender Restmüll verteilte sich auf der Straße und musste in mühsamer Kleinarbeit entfernt werden. Es bildeten sich kilometerlange Staus.

In der Nähe von Goldegg südlich von Salzburg war bereits gegen 18 Uhr ein Geländewagen in einer leichten Linkskurve vom Bachbett abgekommen und in ein Bachbett gefallen. Das verbeulte Fahrzeug musste von Landwirten mit Traktoren geborgen werden. Gegen 0.25 Uhr war dann am Samerberg auf der Autobahn München-Salzburg ein 40-Tonner in die Leitplanken gekracht. 100 Liter Diesel waren ausgelaufen. Ein Schwerlast-Kran musste das Fahrzeug bergen.

 

Zu einer Massenkarambolage mehrerer Lkw mit drei Verletzten und mehreren hunderttausend Euro Sachschaden kam es am Dienstag kurz vor 11 Uhr auf der Autobahn A8 am Irschenberg. In der Leitzachsenke vor dem Anstieg zum Irschenberg hatte ein deutscher Tieflader-Fahrer das Ende einer langsamen Lkw-Kolonne übersehen. Beim Ausweichen auf die rechte Standspur stellte sich das Zugfahrzeug quer, so dass es zur Kollision mit zwei nachfolgenden Lkw kam.  Bei einem der ineinander verkeilten Lkw wurde das Führerhaus durch die Wucht des Aufpralls vier Meter hochgehoben und schließlich abgetrennt. Der Lenker wurde bei dem Vorgang eingeklemmt und schwer verletzt.

 

Blaulicht-Alarm gab es ebenfalls am Dienstag gegen 22 Uhr auf der Strecke zwischen Inzell und Siegsdorf. Ein aus dem Egerland stammender Reisebus kam auf der Bundesstraße B 306 auf der schneeverwehten Fahrbahn von der Straße ab und drohte anschließend in einen Baustellen-Graben zu stürzen.

 

Der Buslenker hatte im Baustellenbereich bei Hammer die Kontrolle über den Bus verloren und war in den Graben gerutscht. Die alarmierten Feuerwehren aus Hammer und Siegsdorf sicherten den Bus gegen ein weiteres Abrutschen ab und unterstützten dann die Bergefirma aus Siegsdorf bei der Bergung des Busses. Die vier Insassen blieben zum Glück unverletzt.

 

Erst am Montag war ein britischer Reisebus an der Baustelle kurz vor der Heutauer Senke in einer Rechtskurve auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen geraten. Das Fahrzeug war von der Straße abgekommen und in den Graben gerutscht, wo es in gefährlicher Seitenlage zum Stehen kam. Der Lenker hatte die Fahrgäste zum Glück in Zell am See bereits aussteigen lassen.

 

Auf dem Münchner Flughafen wurden am Mittwoch Morgen zahlreiche Flüge annulliert. Zu verspätungen kam es auch im morgendlichen bahnverkehr. Wie der Wetterdienst meldet, soll der Schneefall am Alpenrand noch bis in die Nach anhalten.

Autor: Axel Effner
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