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18.10.2011 Traunstein / Berlin

Pyrotechnik-Rekordversuch

Chiemgauer zünden 450-Kilo Bombe über Berlin


Thomas Wagner und Udo Neumann haben viel vor: Sie wollen am 12. November eine 450-Kilo-Bombe im Himmel über Berlin zünden.

Die Geschichte des Feuerwerks reicht weit zurück. Angefangen hat alles vor etwa 1000 Jahren mit der Erfindung des Schwarzpulvers im alten China. Seit das erste Feuerwerk die Menschen verzauberte, dürften rund 600 Jahre vergangen sein. Damals hatte man noch keine Vorstellung davon, was pyrotechnisch einmal möglich sein wird.
 

 

Projekt 1000: Bislang größte Kugelbombe Europas

 

Die Chiemgauer Zwei-Mann-Firma Bavaria Fireworks sorgt derzeit mit ihrem Project 1000 für Furore in der Feuerwerker-Szene. Sie will am 12. November zum Abschluss der Pyro-Weltmesse in Berlin die bislang größte Kugelbombe Europas über der Hauptstadt zünden. Der Himmel über Berlin soll sich in ein prächtiges Farbenmeer verwandeln.

Die Rekord-Bombe ist 450 Kilogramm schwer und hat einen Durchmesser von 1000 Millimetern. Der Pyrotechniker Thomas Wagner (45) und sein  fürs kaufmännische zuständiger Partner Udo Neumann (49) wollen mit dem Project 1000 zeigen, was in Europa pyrotechnisch möglich ist. Ein größeres Kaliber haben bislang nur die Japaner in den Himmel geschossen. Ihre Weltrekord-Kugelbombe hatte einen Durchmesser von 1,20 Metern.
 

 

Ein pyrotechnischer Tausendsassa

Thomas Wagner beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Explosivstoffen. In der Pyrotechniker-Szene ist er einer der wenigen in Deutschland die ihr Handwerk noch von der Pike auf beherrschen. „Er ist ein Genie”, schwärmt Udo Neumann, der ein großer Fan seines Geschäftspartners ist. Thomas Wagner ist ein pyrotechnischer Tausendsassa. In ihm vereinen sich Wissen, Erfahrung, Präzision und eine künstlerische Ader zu dem gewissen Etwas, das einen außergewöhnlichen Pyrotechniker ausmacht. Durch eine chemische Ausbildung und seiner früheren Tätigkeit weiß er ganz genau, was beim Mischen der chemischen Substanzen für die unterschiedlichsten Pyro-Effekte gefahrlos möglich ist, und was nicht. Im Gegensatz zu manch anderen Feuerwerkern wurde er bei seiner Arbeit noch nie ernsthaft verletzt.

 

Farbenteppich mit 600 Metern Durchmesser


Die Rekord-Kugel wird mit einem eigens von der Firma Bavaria Composites aus Biebing bei Traunreut hergestellten, 600 Kilo schweren Riesen-Mörser etwa einen Kilometer hoch in die Luft geschossen. Erst in dieser Höhe kann und darf die Rekord-Bombe ihre volle Pracht entfalten. Aus Sicherheitsgründen gilt es, exakte Vorschriften und Abstände einzuhalten. Wenn alles klappt, wird die Bombe aus dem Chiemgau einen prächtigen Farbenteppich von rund 600 Metern Durchmesser im Himmel über Berlin ausrollen. Das Spektakel soll rund 20 Sekunden dauern.

Die Herstellung des 450 Kilo schweren Prototypen kostet viel Zeit, Geld und Nerven. Doch der Aufwand lohnt sich. Wenn das Project 1000 gelingt, dann ist dem Bavaria Fireworks-Duo weltweiter Ruhm sicher. „Anfangs hielten uns bestimmt viele für Spinner”, sagt Udo Neumann. Doch seit der offiziellen Ankündigung des Rekordversuches bei der Pressekonferenz zur Pyro-Weltmesse ist selbst den größten Skeptikern klar: Die machen Ernst!

Die Traunsteiner Firma Bavaria Fireworks hat sich auf die Herstellung von Qualitäts-Großfeuerwerk spezialisiert und verkauft in erster Linie großkalibrige Feuerwerks-Kugelbomben und -Zylinderbomben an professionelle Abnehmer. Sie gehören laut Sprengstoffgesetz zur Feuerwerks-Kategorie F4 und sind für Privatpersonen absolut tabu. Informationen, Videos und mehr über die Firma findet man im Internet unter www.bavariafireworks.de.

Autor: Jürgen Unterhauser

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