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16.02.2012 Rosenheim/Freilassing

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Job als „Paketagent” kam teuer


Mit Vorsicht zu genießen sind die vor allem im Internet immer wieder kursierenden Jobangebote als „Paketagenten“. Dies musste auch kürzlich ein 59-Jähriger feststellen, bei dem Beamte der Polizeiinspektion Freilassing mehrere Pakete sicherstellen konnten.

Er hatte betrügerisch erlangte Ware, wie Bildschirme, Fotoapparate und andere Gegenstände, als Warensendungen entgegengenommen, teilweise neu verpackt und weiter versandt. Nun wird auch gegen ihn strafrechtlich ermittelt.

 

Bei dem Freilassinger stellten die Beamten insgesamt sieben Pakete sicher. Angestoßen wurden die Ermittlungen von der Berliner Polizei. Dort ist ein Großverfahren anhängig, bei dem es um gewerbsmäßigen Betrug und Geldwäsche geht. Die Masche ist fast immer die gleiche. Der „Paketagent“ soll seine Anschrift für den Empfang von Zusendungen der Haupttäter benennen.

 

Dazu wird ein auf den ersten Blick seriös wirkender Vertrag geschlossen, laut dem auch eine genau definierte Entlohnung festgelegt wird. Aufgabe des „Paketagenten“ wäre dann nur, diverse Zusendungen in Empfang zu nehmen und je nach Auftrag aus der „Zentrale“ diese wieder an andere Adressaten weiter zu leiten.

 

Der Sinn dieser Paketumleitungen ist in den meisten Fällen jedoch ein krimineller. So versuchen die Haupttäter mit dieser Masche den Versandweg von Warensendungen, oft auch ins Ausland, zu verschleiern und Ermittlern die Nachverfolgung zu erschweren. Meist beinhalten die Päckchen betrügerisch erlangte Ware, beispielsweise unter falscher Identität und mit widerrechtlich erlangten Kreditkartennummern bestelltes Elektronikzubehör, Software oder auch Kleidung. Gerne werden mehrere „Paketagenten“ hintereinander geschalten, um so noch besser den Weg der Warenzustellung verschleiern zu können.

 

Die „Paketagenten“ selbst sind meist nur wenige Wochen aktiv, denn der versprochene Lohn bleibt in der Regel aus. So auch bei dem 59-Jährigen Freilassinger. Vielfach kommt es aber schlimmer. Dann nämlich, wenn von polizeilicher Seite angenommen werden muss, dass der Agent Verdacht über die illegalen Machenschaften hatte. In diesen Fällen werden auch gegen ihn Strafverfahren wegen Geldwäsche oder Beihilfe zu den diversen von den Haupttätern begangenen Straftaten eingeleitet. Und der Job, mit dem vermeintlich leicht verdienten Geld, wird richtig teuer!

 

Zwei weitere Fälle in diesem Zusammenhang:

 

Ein 51-jähriger Wolfratshauser war ebenfalls als Paket- oder Warenagent tätig. Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim konnten auch bei ihm (Ende Januar 2012) Warensendungen sicherstellen, die nach bisherigen Erkenntnissen in die Tschechische Republik und nach Estland weiter geleitet werden sollten.

 

Bei einer 40-jährigen Frau aus Flintsbach am Inn nahmen Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim diverse Elektronikartikel in Verwahrung. Die Frau hatte sich zuvor selbst bei der Polizei gemeldet und die etwas seltsam anmutende Vorgehensweise ihres US-amerikanischen Arbeitgebers gemeldet. Unter den sichergestellten Waren befanden sich Mobiltelefone, Fotoapparate und auch Laptops.
 

Autor: Axel Effner

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