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31.01.2012 Traunreut

Rund 120 Ehrengäste kamen zum Meißelanschlag

Geothermie: Bohrbetrieb in Traunreut gestartet


Umweltfreundliche Fernwärme und Strom soll das neu geplante Geothermie-Kraftwerk in Traunreut ab 2013/2014 liefern. Am Dienstag begannen bei einem Festakt mit 120 Ehrengästen die Bohrarbeiten.

Jetzt geht es in Traunreut ganz offiziell in die Tiefe: Mit dem feierlichen „Meißelanschlag" begannen am Dienstag im Beisein von 120 geladenen Gästen ganz offiziell die Tiefbohrarbeiten für das geplante Geothermiekraftwerk in Traunreut. Gemeinsam läuteten Landrat Hermann Steinmaßl, Bürgermeister Franz Parzinger, Dr. Raimund König, geschäftsführender Gesellschafter des Investors Grünwald Equity Geothermie GmbH,  und Thomas Neu, Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH (Foto oben) mit einem symbolischen Druck auf den roten Knopf den Beginn der ersten Bohrung ein.

 

Rund 65 Millionen Euro werden in Bohrungen und Kraftwerk investiert. Allein die über 20 Millionen Euro teure Bohranlage - die leiseste Europas - verschlingt 50.000 Euro pro Tag. Für das neue Kraftwerk werden zwei Tiefenbohrungen angelegt, um das rund 130 Grad heiße Theramalwasse aus der Tiefe energetisch nutzen zu können. Das Kraftwerk mit einer geothermischen Leistung von zehn Megawatt soll ab Ende 2013 das lokale Fernwärmenetzwerk versorgen und ab Anfang 2014 geothermalen Strom liefern.

 

Bis zu einer Tiefe von fast 5.000 Metern soll der Bohrmeißel ab Ende Januar in die Erde vordringen. Erwartet werden dort Wasser führende Schichten mit Temperaturen von rund 130 Grad Celsius. Über 500 bis zu 20 Meter lange Rohrstücke aus Stahl werden während der Bohrung miteinander verbunden, um die notwendige Tiefe zu erreichen. Der Bohrmeißel arbeitet sich dabei mit einem Anpressdruck von rund 20 Tonnen in die Tiefe vor und wird mit einem Wasser-Bentonit-Gemisch (eine Art Ton) gekühlt.  

 

Nach Abschluss der ersten Bohrung wird die Bohranlage um 7,5 Meter seitlich verschoben, um bis August 2012 eine zweite Bohrung in den Malmkarst des nordalpinen Molassebeckens niederzubringen. Am Fußpunkt werden die beiden Bohrungen rund 2.500 Meter auseinanderliegen, um einen „Kurzschluss” zu vermeiden.

 

Wie Geschäftsführer Thomas Neu im Wochenblatt-Gespräch erklärte, wird der Bohrkanal bis in 1000 Meter Tiefe durch Metallrohre und eine Betonauskleidung gesichert, so dass eine Trinkwassergefährdung ausgeschlossen ist. Ebenso ist aufgrund der Bodengeologie und des streng überwachten Bohrverfahrens die Gefahr von Erdbeben oder Bodenhebungen ausgeschlossen.
 

Autor: Axel Effner

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