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23.08.2012 Übersee

„Deichkind” lieferten ultimative Bühnenschau in Übersee

Chiemsee Rocks: 10.000 Zuschauer im Tanzrausch


Foto: Andreas Pfohl
Das sechste Chiemsee Rocks-Festval in Übersee versetzte am Mittwoch über 10.000 tanzwütige Fans optisch und akustisch mit exklusivem Staraufgebot in einen Ausnahmezustand.

Fünf weltweit bekannte Bands und eine regionale Rockgruppe aus Berchtesgaden begeisterten rund 10.000 Fans aus ganz Europa beim sechsten Chiemsee Rocks Festival in Übersee. Die angereisten Rockfans feierten bis kurz vor Mitternacht zusammen mit ihren Stars auf der Bühne.

 

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Wie man es seit den letztjährigen Rock-Festivals in Übersee gewohnt ist, stand auch dieses Jahr ein qualitativ hochwertiges Bühnenprogramm bei Chiemsee Rocks an. Den Anfang machten die Punkrocker „First Class Ticket“ aus Berchtesgaden. Doch, wie es bei den ersten Bands nun mal so ist, war zu diesem Zeitpunkt das Gelände noch so gut wie leer. Dies jedoch hielt die fünfköpfige Band nicht davon ab, ihr Ding auf der Bühne durchzuziehen und die schon vorhandenen Gäste auf „Anti-Flag“ vorzubereiten.

 

Die polit- und sozialkritische Band aus Amerika, die sich ebenfalls dem Punkrock widmet, durfte sich dann schon vor einer gut gefüllten Menge von tanzwütigen Rockern präsentieren. Ihre schnellen Rhythmen und die kritisierenden Texte, wie zum Beispiel bei „One Trillion Dollars“, sowie ihre Interaktion mit den Fans machten den Gig zu einem vollen Erfolg. Zudem spielten die Punker einen Song zu Ehren Joe Strummers 60. Geburtstag, dem verstorbene Sänger von „The Clash“. Was hätte sich zu diesem Anlass besser angeboten als „Should I stay or should I go“, der wahrscheinlich bekannteste Song von „The Clash“.

 

Während des tempogeladenen Auftritts bildeten die Fans sogenannte Circle Pits (eine im Kreis laufende Menge, die dann bei einem markanten Einsatz der Band aufeinander zurennt). Hierfür bedankte sich der Sänger, Justin Geever, unmittelbar nach dem Auftritt: Er sprang von der Bühne und klatschte die vorderen Reihen im Publikum ab und bot sich sogar als Fotomodell an.

Die musikalisch härtere Gangart gab es auch bei der dritten Band des Tages: „Me First and the Gimme Gimmes“ aus Amerika. Mit ihren schrillen Outfits, bestehend aus weißen Hosen und Orangen Hemden, coverten sie allseits bekannte Songs im Punk-Rock Stil und überzeugten das Publikum vollkommen. Mit „The Gaslight Anthem“ wurde das Tempo ein wenig langsamer, was im Publikum aber auch niemanden störte. Die von Bruce Springsteen entdeckte Band, rund um den charmanten und stets lächelnden Sänger und Gitarrist Brian Fallon, veröffentlichten dieses Jahr ihr viertes Album „Handwrittwen“ und präsentierten es dem Publikum.


Die Hamburger Jungs von „Deichkind“ heizten dem Publikum vom ersten bis zum letzten Ton des Auftritts ordentlich ein. Bei Liedern wie „Remmidemmi“ und „Leider Geil“ war jeder einzelne vor der Bühne in den Bann der Band gerissen worden und sang mit. Doch nicht nur musikalisch, sondern auch optisch machten die Hip Hoper und Electro-Punker was her: Von überdimensional großen Bierfässern, in denen sie sich über das Publikum tragen liesen, Bungee-Seile, an denen sie die Bühne auf und ab sprangen und einer Hüpfburg auf der Bühne bis hin zu sehr beeindruckenden Choreographien in ihren seltsamen und doch imposanten Kostümen war alles vertreten.

 

Wer die Musik der Band, die so gar nicht in das bisherige Schema des Tages passte, nicht mochte, hatte genügend zu staunen.
Das Finale des Abends gestaltete die 1995 gegründete Alternative- und Punk-Rock Band „Beatsteaks“ aus Berlin. Auch sie verstanden es mit dem Publikum umzugehen: Der Sänger und Gitarrist, Arnim Teutoburg-Weiß, lies sich keine Gelegenheit entgehen, um mit dem Publikum zu kommunizieren. Er tanzte lässig wie immer, suchte die Nähe zu den Fans auf einem Podest im Bühnengraben und scherzte auch gerne einmal - ein geborener Entertainer. Der Auftritt am Chiemsee war einer der letzten ihrer „Two Drummer Summer“ Tour, auf der sie stets mit zwei Schlagzeugern auf der Bühne performten.

 

Um das Chiemsee Rocks Festival 2012 in den Worten von Deichkind auszudrücken: „Leider geil“!

Autor: Daniel Ober

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