27.08.2012 Übersee


Reggae-Baby: Mutter glaubte an „Bauchkrämpfe”






Eine völlig überraschende Ursache hatten Bauchkrämpfe, die am Sonntagmorgen eine 19-jährige Besucherin auf dem Reggae-Festival in Übersee behandeln lassen wollte: Die Notärztin stellte fest, dass bei der Frau bereits kräftige Wehen eingesetzt hatten!

Möglicherweise hatte die junge Frau aus Baden-Württemberg bisher verdrängt, dass sie bereits in der 32. Woche schwanger war. Bei der genaueren Untersuchung ihrer „Bauchkrämpfe” zeigte sich der erfahrenen Notärztin anhand mehrere Anzeichen, dass höchste Eile geboten war. Mit dem Hubschrauber wurde die junge Frau eiligst in die Klinik geflogen. Dort kam bei der Entbindung kurze Zeit später ein gesunder Junge auf die Welt.

Eine positive Bilanz zogen die Malteser, die zum sechsten Mal in Folge den Sanitätsdienst beim Chiemsee Reggae Festival betreuten. 1.650 Patienten versorgten die Malteser-Sanitäter und Notärzte bis Sonntagabend in der Unfallhilfestelle. „Dabei handelte es sich in erster Linie um Schnittverletzungen, Hautabschürfungen, Blasen und Kreislaufprobleme“, bilanziert Christiana Mitterer, Einsatzleiterin bei den Maltesern. Lediglich 33 Personen mussten zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden.

 

Weniger erfreulich war ein Unfall am ersten Festivaltag auf einer der Stellflächen für Wohnmobile. Dort war eine Kartusche eines Gaskochers explodiert. Zwei Männer zogen sich dabei Verbrennungen an Armen und Beinen zu und wurden nach der Erstversorgung  zur Weiterbehandlung vom Bayerischen Roten Kreuz in die Klinik gebracht. Die Zahl der Patienten, die wegen übermäßigem Alkoholgenuss zu versorgen waren, war erfreulich gering. Nur sieben Prozent aller Patienten wurden wegen Kreislaufproblemen aufgrund von Alkoholmissbrauch behandelt.

 

Lebensbedrohliche Verletzungen gab es während der fünf Einsatztage der Malteser nicht. Auch heuer waren die meisten Versorgungen chirurgischer Natur. „Blasen, Schnittverletzungen und Hautabschürfungen durch die, wegen Regen und Schlamm vielbenutzten Gummistiefel, kamen am häufigsten vor“, erklärt Mitterer. Insgesamt waren 330 Malteser im Einsatz.

Autor: Axel Effner
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