wahlen
24.04.2012 Chieming

Kajak gekentert – Wasser nur 7 Grad

Schülerin (16) rettet Kajakfahrer aus eiskaltem Chiemsee


Das war knapp: Zwei gekenterte Kajak-Fahrer wären fast im eiskalten Chiemsee gestorben. Eine 16-jährige Schülerin sprang ins Wasser und zog sie ans Ufer.

Das war knapp: Zwei gekenterte Kajak-Fahrer wären am Montag Abend, 23. April, fast im eiskalten Chiemsee gestorben. Eine 16-jährige Schülerin der Internatsschule Gut Ising sprang ins sieben Grad kalte Wasser und zog sie ans Ufer. Die beiden jungen Männer aus Kirchweidach (27) und Haag in Oberbayern (28) haben dem couragierten Mädel ihr Leben zu verdanken.

 

Die zwei waren um cirka 20.30 Uhr beim abendlichen Kajak-Ausflug auf den Chiemsee bei Chieming/Seebruck etwa 250 Meter vom Ufer entfernt gekentert. Das Wasser hatte gerade mal sieben Grad. Die Sache hätte ganz schnell fatal enden können. Rein zufällig hörte eine 16-jährige Schülerin, die sich gerade mit ein paar Freunden am Ufer aufhielt, die Hilferufe der beiden verunglückten Kajakfahrer. Sie sprang sofort ins Wasser, schwamm zu den Verunglückten und zog sie nacheinander ins seichte Gewässer, wo sie wieder stehen konnten.

 

Der kurz nach dem Notruf eingetroffenen Wasserwacht Seebruck gelang es, die drei Personen aus dem Wasser auf ein Rettungsboot zu ziehen und an Land zu bringen. Hier wurden sie von den mittlerweile eingetroffenen Kräften des Rettungsdienstes und der Feuerwehr erstversorgt und zur stationären Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht.

 

Die beiden Verunglückten erlitten starke Unterkühlungen. Einer von ihnen befand sich kurzzeitig in kritischem Zustand. Nach entsprechender Behandlung bestand in den späten Abendstunden keine Lebensgefahr mehr. Die 16-jährige Retterin erlitt ebenfalls Unterkühlungen, war aber wohl auf.

 

An dem Einsatz waren circa 60 Kräfte von Rettungsdienst, Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr und Polizei beteiligt. Ein aus München angeforderter Polizeihubschrauber suchte das Wasser mit einem Scheinwerfer und einer Wärmebildkamera nach weiteren Verunglückten ab, konnte aber relativ rasch Entwarnung geben. Vorübergehend wurden mehrere Wasserwachten rund um den Chiemsee und die Besatzung eines Polizeibootes in Alarmbereitschaft versetzt. Die weiteren Ermittlungen hat die Polizeiinspektion Prien übernommen.

Autor: Jürgen Unterhauser / pm

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: