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12.09.2012 Freyung/Prien

Sprengsatz vom Vietnamesenmarkt als Attraktion für Silvester

Priener (17) kauft lebensgefährliche Bombe


Mit einer aus Polizeisicht lebensgefährlichen Bombe in der Reisetasche war am Montag ein 17-Jähriger Priener unterwegs, als die Polizei ihn kontrollierte.

Die Schleierfahnder der Polizeiinspektion Freyung fragten sich: Ist es denn schon wieder Silvester, oder was? Bei der Kontrolle eines 17-jährigen Urlaubers aus Prien am Chiemsee machten sie am Montag einen ganz und gar ungewöhnlichen Fund. In seiner Reisetasche hatte der junge Mann ein „Sprengei“ mit dem stattlichen Gewicht von 1,3 Kilogramm versteckt und mit Wäsche umwickelt. Das alles angeblich nur, damit es vor Erschütterungen und zu großer Hitze beim Transport geschützt ist.

 

Erworben hatte der Priener seine explosive Ladung auf einem Vietnamesenmarkt in Tschechien. Wie er gegenüber der Polizei angab, sollte die „Bombe” an Silvester zur allgemeinen Belustigung auf einem Bolzplatz in seiner Heimatstadt hochgejagt werden. Das hätte für den 17-Jährigen und alle anderen, die bei dieser Aktion dabei gewesen wären, allerdings tödlich enden können. Auf der Anleitung des chinesischen Herstellers steht, dass nur besonders geprüfte Fachleute den Feuerwerkskörper zünden dürfen und ein Abstand von 250 Metern eingehalten werden muss.

 

Der nach polizeilicher Einschätzung hochgefährliche Sprengsatz wurde sichergestellt und der Pyromane wegen illegaler Einfuhr von explosionsgefährlichen Stoffen angezeigt. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dem Kauf von Feuerwerkskörpern auf Vietnamesenmärkten. Diese entsprechen bei weitem nicht den im Gesetz vorgeschriebenen deutschen Qualitäts- und  Sicherheitsstandard und können mitunter lebensgefährlich sein.

 

Begleitet wurde der 17-jährige Priener von seinem 20 Jahre alten Freund, der auch den Wagen fuhr. Dieser erklärte, er habe mit dem Kauf nichts zu tun. Kontrolliert wurde der Wagen des Oberbayern im Grenzgebiet zu Tschechien, weil dort immer wieder Rauschgiftschmuggler und -konsumenten aufgegriffen werden. Diese nutzen das östliche Nachbarland vor allem zur illegalen Beschaffung der gefährlichen Modedroge  „Crystal Speed”.

Autor: Axel Effner